Deutsche Immobilienunternehmen verfolgen mit der Anwendung von Internettechnologien hochgesteckte Ziele, haben aber Probleme mit der Umsetzung. Das ist das wichtigste Ergebnis einer neuen Studie der KPMG Consulting AG.

Deutsche Immobilienunternehmen verfolgen mit der Anwendung von Internettechnologien (E-Business) hochgesteckte Ziele, haben aber Probleme mit der Umsetzung. Das ist das wichtigste Ergebnis einer neuen Studie der KPMG Consulting AG.

So wollen von den befragten 620 Unternehmen (Rücklaufquote: 18%) fast alle mit E-Business-Anwendungen neue Kunden gewinnen. 92% wollen die Mieter- beziehungsweise Kundenorientierung verbessern, 89% die Bearbeitungszeiten verringern. Immerhin 87 % erhoffen sich, durch E-Business ihre Wirtschaftlichkeit zu erhöhen. Doch nur ein sehr kleiner Teil (4%) erreicht diese wirtschaftlichen Zielsetzungen ganz oder größtenteils, 44% melden allenfalls Teilerfolge. Beispielsweise konnte in der Gruppe der Immobilienvermittler bisher kein einziges Projekt die wirtschaftlichen Ziele vollständig erfüllen.

Das lässt nach Ansicht der Berater von KPMG Zweifel am Umsetzungswillen aufkommen. Die meisten Immobilienunternehmen nutzen E-Business heute noch überwiegend als reines Informationsmedium, nicht aber zur Optimierung der eigenen Geschäftsabläufe. Auch die Betrachtung der bislang eingesetzten Anwendungen zeigt, dass die Immobilienwirtschaft beim E-Business noch einen weiten Weg zu gehen hat: Zwar verfügt fast jedes der befragten Unternehmen (90%) über eine eigene Homepage, prozessintegrative Anwendungen werden aber erst von rund 9% eingesetzt.

Wie die Studie weiter zeigt, bindet nur ein kleiner Teil der befragten Unternehmen strategische Partner in seine E-Business-Strategie ein. Dadurch werden Chancen zur Effizienzsteigerung und Kostenersparung verspielt. So stellen beispielsweise die Unternehmen der Wohnungswirtschaft hohe Erwartungen an E-Procurement (Beschaffung), beziehen aber nur zu 5% ihre potenziellen Lieferanten in ihre strategischen Überlegungen ein.

Auffällig ist nach Angaben von KPMG auch, dass die Vertriebs- und Einkaufsabteilungen relativ selten (mit)verantwortlich sind für die Umsetzung einer E-Business-Strategie, obwohl in diesen Bereichen bereits die größten Auswirkungen zu verzeichnen sind und auch weiterhin erwartet werden. So wirken sich E-Business-Anwendungen bereits für 77% der befragten Unternehmen im Immobilienvertrieb und 59% in der Beschaffung auf das Geschäft aus. Dabei sind große Unternehmen deutlich häufiger betroffen als kleine.

War bei der ersten KPMG-Umfrage im Sommer 2000 das Thema E-Business noch ein Top-Anliegen der Immobilienunternehmen, so haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend geändert. Heute haben Themen wie Effizienzsteigerung und Kostensenkung, Controlling oder Portfolio-Optimierung eindeutig Vorrang.

Die Studie "E-Business in der Immobilienwirtschaft - Status Quo und Perspektiven 2001" kann bei der untenstehenden Adresse bezogen werden. (ST)


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