Der Versandhändler Neckermann.de will mehr als jede zweite Stelle streichen. Die Verhandlungen darüber mit dem Betriebsrat sollen in der nächsten Woche in Frankfurt beginnen.

Von insgesamt 2.500 Jobs sollen beim Versender Neckermann rund 1.400 entfallen, davon der größte Teil am Stammsitz in Frankfurt. Das Logistikzentrum in der Bankenstadt soll dichtgemacht werden, sagte Verdi-Handelssekretär Wolfgang Thurner der Nachrichtenagentur dpa.

Thurner ist auch Mitglied im Neckermann-Aufsichtsrat. Nach seinen Angaben will das Unternehmen in der kommenden Woche Verhandlungen mit dem Betriebsrat aufnehmen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert, dass der Stellenabbau sozial abgefedert wird. Ziel sei es, möglichst viele Arbeitsplätze im Unternehmen zu erhalten.

Verluste häuften sich

Laut Stefanie Nutzenberger, Verdi-Bundesvorstandsmitglied für den Handel, wurden die Beschäftigten "kalt erwischt". "Was jetzt auf dem Tisch liegt, ist ein harter Schlag und in der Dimension völlig unerwartet", so die Gewerkschafterin.

Besonders unverständlich sei der "Kahlschlag" im Logistik-Bereich. "Noch vor wenigen Wochen haben die Beschäftigten dort einen internen Online-Preis erhalten, nachdem die Arbeitszeiten in der Logistik an die Anforderungen des E-Commerce vorbildlich gestaltet worden waren", sagte Nutzenberger.

Neckermann war im vergangenen Jahr Berichten zufolge zurück in die Verlustzone gerutscht - nach einer schwarzen Null vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen im Jahr zuvor. Grund war das schwächelnde Kataloggeschäft, das nun ganz abgeschafft wird.

Der Versender gehörte einst zu dem Handels- und Touristikkonzern Arcandor. Nach der Arcandor-Pleite wurde das Unternehmen komplett vom US-Investor Sun Capital übernommen.

dpa, DH