Neckermann versendet wieder Pakete, die Löhne der Mitarbeiter sind zunächst abgesichert. Der Insolvenzverwalter sucht derweil Investoren für die Übernahme "gesunder Kernbereiche".

Der Zusammenbruch des Betriebes bei Neckermann ist zunächst abgewendet: "Nach intensiven Verhandlungen mit Hauptgläubigern, der Bundesagentur für Arbeit und den Lieferanten ist der Betrieb und der Ein- und Verkauf der Waren vorerst gesichert", teilt der Versender mit. Gestern hatte derhandel.de über einen Lieferstopp seitens des Paketdienstleisters DHL berichtet.

"Die Waren werden verschickt, der entstandene Auslieferungsstau wird in den nächsten Tagen abgearbeitet", betont der vorläufige Insolvenzverwalter. "In der Zentrale auf Hanauer Landstraße ging es heute zu wie in einem Bienenkorb", bestätigte ein Beobachter in Frankfurt am Main.

Lohn und Gehalt der Mitarbeiter werden über Insolvenzausfallgeld vorfinanziert und rechtzeitig gezahlt, verspricht der Insolvenzverwalter.

"Treueangebote", um den Umsatz anzukurbeln

Neckermann bittet alle Lieferanten und Kunden ein wenig unbeholfen um "Treue und Hilfe". Ab Samstag sollen besondere "Treueangebote" für Waren wie Waschmaschinen, Kühlschränke, Trockner und Fernsehgeräte im Onlineshop live geschaltet werden.

"Die Mitarbeiter sind bereit, um Neckermann und ihre Arbeitsplätze zu kämpfen. Sie arbeiten mit großer Motivation, um die Bestellungen der Kunden pünktlich und zuverlässig zu bedienen", stellt der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Frege nicht ohne Pathos fest.

Investoren sollen "gesunde Bereiche" übernehmen

Nun sei die nächste Herausforderung, einen Investor zu finden, „der gesunde Kernbereiche übernimmt und das Unternehmen fortsetzt." Erste Interessenten würden bereits das Unternehmen prüfen.

"Für einen möglichen Investor könnten zum Beispiel die Internet-Handelsplattform, der Logistikbereich und der Handel mit Übergrößen von Interesse sein", sagt der Insolvenzverwalter. Das deutet auf eine Zerschlagung des Traditionsversenders hin.

Diese Prüfungsphase soll voraussichtlich drei bis vier Wochen andauern. Erst danach könne erneut über den Stand des Verfahrens berichtet werden.