Der Personalabbau beim kriselnden Frankfurter Versandhändler Neckermann geht weiter: Nun trifft es die Vertriebsabteilung.

Nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" will das Unternehmen den Vertriebsaußendienst mit 150 Mitarbeitern und zwölf Standorten bundesweit auflösen. Sammelbesteller und Neckermann-Shops sollen künftig zentral von Frankfurt aus betreut werden.

Die Mitarbeiter wurden laut Bericht auf zwei Betriebsversammlungen über die Pläne informiert. Das Unternehmen verhandelt mit dem Betriebsrat über sozialverträgliche Lösungen. Von dem Unternehmen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Personalabbau setzt sich fort

Neckermann gehört seit 2008 mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Sun Capital, der das Frankfurter Traditionsunternehmen unter anderem mit einem massiven Personalabbau und einer strikten Internet-Ausrichtung wieder in die Gewinnzone führen will. 49 Prozent gehören noch dem insolventen Handelsriesen Arcandor.

Vor rund zwei Monaten gab Neckermann bekannt, dass am Standort Frankfurt 175 Stellen in der Logistik gestrichen werden sollen. Für diese Mitarbeiter wurde eine Auffanggesellschaft gegründet. Damals sagte ein Sprecher, es sei kein weiterer Stellenabbau geplant.

Im Jahr 2008 sind bei Neckermann in Frankfurt insgesamt 450 Arbeitsplätze weggefallen.