Die Insolvenzverwalter haben einen Fahrplan für die mögliche Rettung des insolventen Versenders Neckermann.de vorgestellt. Versprechen wollen sie aber nichts.

Nach einem ersten Treffen mit den vorläufigen Insolvenzverwaltern zeigten sich Arbeitnehmervertreter des Frankfurter Versandhändlers Neckermann optimistisch. "Sie haben einen sehr seriösen Eindruck hinterlassen", sagte Bernhard Schiederig von der Gewerkschaft Verdi am Freitag in Frankfurt.

Die Mitarbeiter seien zuversichtlich, dass die Rechtsanwälte Michael Frege und Joachim Kühne alles für den Erhalt des Standorts tun werden. Beide hätten allerdings betont, dass sie keinerlei Versprechungen machen könnten.

Die Insolvenzverwalter wollten sich zunächst darauf konzentrieren, die Auszahlung des Insolvenzgeldes an die Mitarbeiter sicherzustellen, erklärte Schiederig.

Auch Frege äußerte sich nach dem Treffen zufrieden: "Wir haben gute Gespräche mit Gläubigern, Mitarbeitern und der Geschäftsführung geführt. Wir hoffen, in der schwierigen Situation gut helfen zu können."

Wochen der Entscheidung

In den kommenden Wochen wird sich entscheiden, ob es bei dem zahlungsunfähigen Versandhändler weitergeht und wie eine Sanierung ablaufen könnte. Einzelne Unternehmensbereiche wie der Möbelverkauf oder der Vertrieb von Technikprodukten gelten als profitabel.

Das Geschäft mit anderen Vertriebspartnern, die ihre Produkte online über die Neckermann-Plattform anbieten, wächst nach Angaben von Logistik-Betriebsrat Thomas Schmidt sogar zweistellig.

Die Neckermann.de GmbH hatte am Mittwoch Insolvenzantrag gestellt, nachdem der Eigentümer, der US-Finanzinvestor Sun Capital, den Geldhahn zugedreht hatte. In Deutschland stehen nach letzten Angaben des Unternehmens etwa 2.250 Jobs an den Standorten Frankfurt und Heideloh in Sachsen-Anhalt auf dem Spiel.