Nach der Insolvenz des Versandhändlers Neckermann ist auch die österreichische Tochterfirma zahlungsunfähig. Anders als in Deutschland sollen dort vorerst keine Stellen abgebaut werden.

Die Neckermann Versand Österreich AG beantragte am Donnerstag beim Landesgericht Graz die Eröffnung eines sogenannten "Sanierungsverfahrens" im Rahmen des Insolvenzrechts.

Der Vorstand prüfe "Optionen für die Fortführung des Unternehmens", hieß es in einer Pressemitteilung. Ziel sei es, das Unternehmen ohne Mitarbeiterabbau zu sanieren.

Das Management möchte das Unternehmen mit rund 300 Angestellten entschulden und den Fortbestand sichern, indem man Partner und Investoren sucht, so die Geschäftsführung.

Abhängigkeit von der deutschen Muttergesellschaft

Neckermann Österreich sei zwar nicht überschuldet, allerdings aufgrund der starken finanziellen Verflechtung mit der deutschen Muttergesellschaft zahlungsunfähig.

In Deutschland stehen etwa 2.250 Arbeitsplätze von Neckermann.de am Hauptsitz Frankfurt sowie in Heideloh (Sachsen-Anhalt) auf der Kippe. Die Insolvenzverwalter suchen derzeit Investoren für die Übernahme "gesunder Kernbereiche" des Unternehmens.