Neckermann will in diesem Jahr die Wende schaffen und in die Gewinnzone zurückkehren. Der Versandhändler profitiert dabei vom Aus eines ehemaligen Konkurrenten.

Der Versandhändler Neckermann will nicht zuletzt wegen der Pleite von Quelle noch in diesem Jahr die Ertragswende schaffen. Nach verlustreichen Jahren werde für dieses Jahr beim Betriebsergebnis (Ebitda) eine schwarze Null angepeilt, sagte Geschäftsführer Henning Koopmann dem "Handelsblatt" (Dienstag).

In die Hände spielt Neckermann dabei die Pleite des einst größeren Konkurrenten Quelle. Weil dessen Kunden unter anderem zu Neckermann wechselten, steige dort der Umsatz seit Weihnachten wieder im zweistelligen Prozentbereich, heißt es in dem Bericht. Der Quelle-Umsatz von zuletzt 2,45 Milliarden Euro sei der Branche nicht verloren gegangen, wie der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) erklärte.

Mehrheitsgesellschafter am Komplettübernahme interessiert

Das Frankfurter Unternehmen Neckermann war wie Quelle Teil des im vergangenen Jahr zusammengebrochenen Arcandor-Konzerns. Allerdings wurde bereits zwei Jahre vor der Arcandor-Insolvenz die Neckermann-Mehrheit an den US-Investor Sun Capital verkauft.

Für die restlichen 49 Prozent aus dem Arcandor-Nachlass ist nun dessen Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg verantwortlich. "Wir haben mit dem Verkauf der Neckermann-Anteile keine Eile", sagte ein Sprecher Görgs dem "Handelsblatt". Ein Kaufinteresse wird dem Mehrheitsgesellschafter Sun Capital nachgesagt.

Neckermann hat seinen Online-Absatz auf zuletzt 66 Prozent gesteigert, berichtete Koopmann der Zeitung. Am gedruckten Katalog werde aber festgehalten. Er werde kostengünstiger produziert und enthalte längst nicht mehr alle Angebote. Diese seien komplett nur im Internet zu finden.