Das Sanierungsprogramm bei neckermann.de scheint zu greifen: 2010 will das Unternehmen sogar wieder profitabel sein.

Nach einem "miserabeln" August und einem guten September hofft neckermann.de-Chef Martin Lenz nun auf das Weihnachtsgeschäft: "Das Restrukturierungsprogramm zeigt erste Ergebnisse. Zusammen mit unserer gelungenen E-Commerce-Strategie bin ich verhalten optimistisch, was das Jahr 2009 angeht", sagte Lenz auf einer Pressekonferenz in Frankfurt. "Wir sind bei unserem Ziel, bis 2010 wieder profitabel zu sein, auf jeden Fall auf einem guten Weg."

Im laufenden Geschäftsjahr werde der Verlust um einen zweistelligen Millionenbetrag niedriger ausfallen als 2007. Das Sanierungskonzept, zu dem auch ein Stellenabbau über Sozialpläne gehört, soll in diesem Jahr 50 Millionen Euro einsparen.  Für die gesamte Neckermann-Gruppe erwartet Lenz 2008 einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden Euro.

Ausbau der Vertriebsplattform für Partner

neckermann.de baut dazu seine E-Commerce-Aktivitäten weiter aus. Wichtigste Säule ist dabei die Vertriebspartnerplattform: Sie wurde in diesem Jahr von 23 auf 50 Partner erweitert und soll im Jahr 2009 auf rund 120, zum Teil exklusive neckermann.de-Partner ausgebaut werden. "Somit wandelt sich der Online-Shop von neckermann.de immer mehr zu einer Online-Mall", sagte Torsten Waack, Geschäftsführer für Marketing, E-Commerce und Einkauf. "Wir verbinden den Erlebniseinkauf im Internet mit dem zeitgemäß Markenerleben."

Als ersten exklusiven Online-Vertriebspartner konnte der Distanzhändler PIXmania, einen der führenden Anbieter für Foto- und Video-Equipment in Europa gewinnen. Die E-Commerce Aktivitäten von neckermann.de werden zusätzlich ab den 3. November durch eine Image-Online-Kampagne unterstützt. Im Mittelpunkt der Kampagne stehen die Kernsortimente der Bereiche Mode, Wohnen und Technik.

Fokussierung auf  E-Commerce

„Die Fokussierung auf das E-Commerce-Business in Verbindung mit neuen Handels- und Markenpartnern, die wir auf unserer Online-Plattform integrieren, gibt uns die Möglichkeit, unser Sortiment zu erweitern und die Marke neckermann.de aufzuwerten", erläutert  Waack das Konzept der Markenpartnerschaften. „Dem Wunsch unserer Kunden entsprechend, bauen wir damit unsere Kernkompetenzen bei Mode, Wohnen und Technik weiter aus".

In den ersten neun Monaten 2008 meldet neckermann.de eine Steigerung des E-Commerce Umsatzes von 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit erreicht der E-Commerce-Anteil inzwischen rund 57 Prozent am Gesamtumsatz des Händlers in Deutschland. Besonders erfolgreich seien in diesem Jahr die Sortimente Möbel mit einem Plus von 36 Prozent sowie die Technik mit einem Plus von 35 Prozent.

Jeder zehnte Arbeitsplatz bis zum Jahresende

Die neckermann.de GmbH ist nach eigenen Angaben das drittgrößte Versandhaus in Deutschland und gehörte zu Arcandor (früher KarstadtQuelle). Im März hatte der US-Finanzinvestor Sun das Unternehmen mehrheitlich übernommen. In die Schlagzeilen geriet neckermann.de in den vergangenen Monaten durch das strikte Sparprogramm:  Jeder zehnte der 5.000 Arbeitsplätze soll bis Jahresende gestrichen werden.