Auch Netto gibt sich alle Mühe, ein besserer Arbeitgeber zu werden. Der Lebensmitteldiscounter bietet seinen Mitarbeitern jetzt einen Ombudsmann. Dieser ist ein bekannter Jurist.

Lidl machte im vorigen Jahr den Anfang - nun zieht Netto nach. Auch die Edeka-Discounttochter hat nun einen Ombudsmann, der Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern als unabhängiger Ansprechpartner bei Klagen über das Unternehmen zur Verfügung steht.

Kontaktaufnahme per Telefon

Für diesen Job wurde Professor Dr. Alfred Dierlamm auserwählt. Der Rechtsanwalt betreibt in Wiesbaden eine Kanzlei. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Wirtschaftsstrafrecht, Steuerstrafrecht und Umweltstrafrecht. Er ist Redaktionsmitglied der Strafrechtszeitung "Neue Zeitung für Strafrecht"  sowie Mitglied des Strafrechtsausschusses der Bundesrechtsanwaltskammer.

Zudem hat Dierlamm eine Honorarprofessur der Universität Trier für Strafrecht und Strafprozessrecht, insbesondere Steuer- und Wirtschaftsstrafrecht, inne.

"Die Einhaltung der Rechtsvorschriften und unserer Unternehmensrichtlinien ist für uns ein ernstes Anliegen", sagte Netto-Geschäftsführer Franz Pröls. "Insbesondere unseren Mitarbeitern bieten wir mit dem Ombudsmann einen unabhängigen Ansprechpartner bei etwaigen Regelverstößen an." Der Ombudsmann ist zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Seinen Job übt Dierlamm seit dem 15. Mai aus, sämtliche Filialen in Deutschland wurden darüber informiert. Die Mitarbeiter sollen mit dem Ombudsmann telefonisch oder per E-Mail in Kontakt treten - auf Wunsch werden auch persönliche Gespräche arrangiert, um Konflikte am Arbeitsplatz auszuräumen.