Bei Netto Marken-Discount können Kunden seit heute mit dem Smartphone bezahlen. Das zur Edeka-Gruppe gehörende Unternehmen ist nicht der einzige Händler, der auf eine eigene App-Lösung setzt.

In den rund 4.100 Filialen von Netto Marken-Discount kann ab sofort mit dem Smartphone bezahlt werden. Damit ist das Unternehmen der erste Händler in Europa, der seinen Kunden flächendeckend eine eigene Mobile-Payment-Lösung anbietet.

"Mit Mobile-Payment bieten wir unseren Kunden einen innovativen, mobilen Service und erfüllen damit moderne Verbraucherwünsche", sagt Netto-Sprecherin Christina Stylianou. "Mit unseren mobilen Serviceangeboten nehmen wir in der Branche eine Vorreiterrolle ein".

Die Lösung des Discounters basiert auf der vom Dienstleister Valuephone entwickelten Netto-App, die zugleich weitere Services wie mobile Gutscheine, Filialfinder oder Einkaufslistenverwaltung anbietet. Seit Anfang dieses Jahres pilotierte Netto Marken-Discount die zusätzliche Mobile Payment-Funktion in rund 30 Filialen.

Freischaltcode per SMS und 1-Cent-Überweisung

Nach dem Download der App muss sich der Nutzer für die Bezahloption mit Adress-, Konto- und Ausweisdaten registrieren. Anschließend erhält er per SMS einen Freischaltcode, mit dem unmittelbar ein Verfügungsrahmen von zunächst 150 Euro eröffnet wird. Ein weiterer Zahlencode folgt per 1-Cent-Überweisung auf das angegebene Konto, mit dem die Zahlfunktion dann vollständig freigeschaltet werden kann. Danach verfügt der Kunde über eine Verfügungsrahmen von jeweils 250 Euro innerhalb von 7 Tagen.

Für die Bezahlung an der Kasse werden in der App Favoriten-Filialen ausgewählt. Die eigentliche Zahlung erfolgt nach Eingabe einer persönlich festgelegten PIN mit Hilfe eines von der App für den Einkauf generierten vierstelligen Zahlcodes, der nur für einen begrenzten Zeitraum gültig ist und der Kassiererin gezeigt oder mitgeteilt wird. Das Geld wird dann wie bei einer Kartenzahlung vom Konto des Kunden abgebucht.

Zahlungsabwicklung über kostengünstige Lastschrift

Die Abwicklung der Zahlung erfolgt über Postpay, eine Zahlungslösung der Deutsche Post Zahlungsdienste GmbH, die auf Online-Lastschriften basiert und daher für den Händler kostengünstiger als eine Kartenzahlung im Girocard-Verfahren (früher: EC-Karte) der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) ist.
 
Die Edeka-Regionalgesellschaft Minden-Hannover testet in Berlin Moabit und Strausberg eine ähnliche Zahlungslösung per eigener App. Die ebenfalls von Valuephone entwickelte App arbeitet mit Barcodes, die an der Kasse vom Handy eingescannt werden.

Zudem testen selbständige Kaufleute der Edeka-Gruppe eigene Bezahllösungen für das Handy auf Basis von QR-Codes. Handelsunternehmen im In- und Ausland streben zunehmend eigene Mobile-Payment-Lösungen an, die unabhängig von Kreditkarten- und Telekommunikationsunternehmen funktionieren, um die Hoheit über die Kosten und die Kundendaten zu behalten.

Laut einer aktuellen Umfrage des EHI Retail Institutes halten fast drei Viertel der befragten Handelsunternehmen ein brancheneigenes Bezahlverfahren für sinnvoll und erfolgversprechend.
 
Hanno Bender

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