Der Discounter Netto ist immer wieder für Überraschungen gut. Ab sofort kommen sämtliche Aushilfen in den Genuss einer Mindestbezahlung.

Noch vor wenigen Tagen stand Netto in der Kritik. Verdi hatte dem Lebensmitteldiscounter vorgeworfen, teilweise sittenwidrige Löhne an Minijobber zu bezahlen. Dass die Gewerkschaft ein gutes Thema angestoßen hat, wird heute bewiesen.

Denn Netto führt ab dem 1. April für alle im Unternehmen beschäftigen Aushilfen - sogenannte geringfügig Beschäftigte - einen Mindestlohn in Höhe von 7,50 Euro plus tariflicher Zulagen ein. Diese untere Grenze des Stundenlohns gelte bundesweit einheitlich, teilt der Discounter an diesem Freitag mit und betont, dass viele geringfügig Beschäftigte bereits jetzt über diesem Mindeststundenlohn von teilweise über 10 Euro die Stunde bezahlt würden.

Faire Zusammenarbeit

"Wir haben der Initiative unseres Betriebsrats zugestimmt und gemeinsam diese konstruktive Lösung entwickelt. Ein partnerschaftliches Verhältnis zu unseren Mitarbeitern sowie eine faire Zusammenarbeit mit unseren Betriebsräten hat für uns oberste Priorität", versichert Franz Pröls, Geschäftsführer von Netto Marken-Discount.

Netto beschäftigt nach eigener Aussage 64.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Alle Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten würden nach oder über Tarif entlohnt. Das gelte auch für das neue Logistikzentrum bei Erfurt, das am 28. März seiner Bestimmung übergeben wurde. In diesem Zentrum fanden 200 Menschen neue Jobs.