Der deutsche Möbelhandel ist im vergangenen Jahr gewachsen - deutlich besser als der übrige Einzelhandel. Wachstumstreiber im Netz sind die stationären Händler.

Der deutsche Möbelhandel ist 2015 um 4,3 Prozent gewachsen. Er hat damit deutlich besser abgeschnitten als der übrige Einzelhandel, der im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent zugelegt hat.

Dabei bestimmen vor allem die Verbundgruppen das Geschäft: Ihr Marktanteil lag bei 61 Prozent, sie haben rund 20 Milliarden Euro umgesetzt. Dies ist das Ergebnis einer aktuellen Studie, die das EHI Retail Institute im Auftrag des Mittelstandsverbundes durchgeführt hat.

Stationäre Händler treiben Onlinegeschäft voran

Im Onlinegeschäft scheinen die Möbelhändler angekommen zu sein: Über den Versandhandel wurden im vergangenen Jahr 2,4 Milliarden Euro umgesetzt, im Jahr zuvor waren es noch 2,1 Milliarden Euro. Der Marktanteil lag damit bei 7,3 Prozent. Mehr als 80 Prozent der im Versandhandel bestellten Möbel wurden online bestellt.

"Die Digitalisierung fordert den Mittelstand heraus", kommentiert Marc Zgaga, Leiter der Fachgruppe Möbel im Mittelstandsverbund, die Ergebnisse. "Kreative Ansätze und ein stabiles Umfeld sind gefragter denn je. Beides hat sich der kooperierende Möbelhandel erfolgreich auf die Fahne geschrieben.“

Wachstumstreiber im Onlinegeschäft sind überwiegend stationäre Händler, die mit zusätzlichen Angeboten im Netz beide Vertriebswege bedienen. "Die Mittelstandskooperationen bauen damit ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den Online Pure Playern aus", bewertet Zgaga die Ergebnisse. Nur wer Verbrauchern ein umfassendes Angebot bieten könne, "wird am Ende überleben".