Bundesumweltminister Gabriel will eine neue Kennzeichnungspflicht für Mehrweg- und Einwegflaschen einführen. Der HDE tut dies als Wahlkampfgetöse ab.

Als überflüssig und reines Wahlkampfgetöse bezeichnet der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) die Pläne von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel zu Einweg- und Mehrwegflaschen. Laut Pressemeldungen will der Minister eine neue Kennzeichnungspflicht für Mehrweg- und Einwegflaschen einführen. Er überlege darüber hinaus, Discounter zu verpflichten, neben Einweg auch Mehrweg anzubieten sowie Einweg zu verbieten.

„Die bisherige Kennzeichnung der Einwegflaschen ist eindeutig und unmissverständlich und folgt den gesetzlichen Vorgaben", sagte hierzu Sonja Ziegler, umweltpolitische Sprecherin des HDE. Deshalb könnten Verbraucher Einweg deutlich erkennen. Dagegen wäre eine Vereinheitlichung der diversen Kennzeichen und Beschriftungen im Mehrwegbereich für eine bessere Verbraucherorientierung sicher wünschenswert.

"Rückgang des Mehrweganteils politisch verursacht

  
„Nicht der Einzelhandel, sondern die Politik ist für den Rückgang des Mehrweganteils verantwortlich", sagte Zieglerzu entsprechenden Vorwürfen des Ministers. Wenn die Politik diese Entwicklung aufhalten wolle, müsse sie die Ursache beseitigen und das Einwegpfand abschaffen, das sie selbst eingeführt habe.

Die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben zum Pflichtpfand sowie zur eindeutigen Kennzeichnung von Einweg habe eine große Herausforderung für die Branche bedeutet. Im Übrigen biete der Einzelhandel den Verbrauchern nach wie vor ein breites Sortiment an Mehrweg an. Eine Steuerung des Konsums durch ein Verbot von Einwegflaschen lehne der HDE ab.

wim.