Triton ist nicht der einzige potenzielle Kaufinteressent für Karstadt. Derzeit prüfen zwei weitere mögliche Investoren die Bücher des Warenhauses. Einer davon dürfte Goldman Sachs sein.

Zwei weitere Interessenten hätten sich in den Datenräumen umgeschaut, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Bevorzugter Bieter sei aber nach wie vor Triton. Die Namen der beiden anderen Kandidaten wollte der Sprecher nicht nennen. Die "Süddeutsche Zeitung" schreibt heute, dass die Investmentbank Goldman Sachs einer der Interessenten sei und beruft sich dabei auf Finanzkreise.

Die "Börsen-Zeitung" vermutet, dass einer der potenziellen Bieter das Highstreet-Konsortium ist, das rund zwei Drittel der 120 Karstadt-Warenhausimmobilien besitzt. Highstreet wird wiederum von Goldman Sachs angeführt. Schon vor einigen Tagen zitierte die Nachrichtenagentur Reuters einen Insider, der über den Karstadt-Kauf von Highstreet mutmaßte: "Es verdichtet sich, dass Highstreet sich das als letzte Option offen hält."

Sollte sich nämlich kein Käufer für Karstadt finden, dann müsste sich der Vermieter Highstreet neue Mieter für die Immobilien suchen - und dafür wohl auch die Mieten senken müssen.

Triton hat bisher als einziger ein Angebot für Karstadt vorgelegt. Der Finanzinvestor knüpft seine Offerte allerdings an weitere Zugeständnisse von Arbeitnehmern und Vermietern. Mit Vertreten der Gewerkschaft Verdi hatten sich Triton-Mitarbeiter bereits zweimal getroffen, ohne dass aber ein Durchbruch bei den Gesprächen erzielt werden konnte. Der skandinavische-deutsche Finanzinvestor hatte am Montag gedroht, sein Angebot zurückzuziehen.

Wiesbaden verzichtet auf Gewerbesteuer

Unterdessen hat sich auch die Stadt Wiesbaden entschieden, auf die anstehende Gewerbesteuer für sein Karstadt-Kaufhaus zu verzichten, berichtet das "Handelsblatt".

"Wir wollen unseren Beitrag zu einer nachhaltigen Sanierung der Karstadt Warenhaus GmbH leisten und damit die Arbeitsplätze von vielen Beschäftigten sichern", sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Helmut Müller (CDU) der Zeitung. Die Summe dürfe die Stadt wegen des Steuergeheimnisses nicht nennen. Dem Vernehmen nach ist es ein niedriger sechsstelliger Betrag.

Protest in Dresden

Rund 250 Menschen haben heute vor der Karstadt-Filiale in Dresden für den Erhalt der Warenhauskette demonstriert. Betriebsratschef Steffen Kalisch sagte, die
Arbeitnehmer kämpften um die 900 Arbeitsplätze am Standort.

Nach Einschätzung von Kalisch gelingt das nur bei einem Gewerbesteuererlass durch die Stadt Dresden. In Dresden entscheidet der Finanzausschuss des Stadtrats am Freitag in dieser Frage.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.