Die Länderkennung bekommt Konkurrenz: Künftig sollen mehr Homepage-Endungen möglich sein

Bei der Stelle hinter dem Punkt in der Adresszeile der Webseite haben Unternehmen und Bürger in Zukunft mehr Gestaltungsmöglichkeiten: Die zuständige Internet-Verwaltung ICANN hat grundsätzlich grünes Licht für neue Homepage-Endungen („Top Level Domains") gegeben. Demnach sind nicht nur Länderkennungen wie .de und andere bekannte Kürzel wie .com, .net, .info oder .org möglich. Vielemehr können Städte und Regionen künftig eigene Webseiten-Endungen haben. So sind in Deutschland Bewerbungen für die Adressen .berlin und .hamburg geplant. „Damit wird das Internet noch flexibler und vielseitiger", ist der Präsident des IT-Branchenverbandes BITKOM, Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer, überzeugt.

Neue Domainnamen frühestens 2009

Die Nutzer müssen sich allerdings noch mindestens bis 2009 gedulden, ehe sie Webseiten mit den neuen Endungen registrieren können. Zuerst müssen interessierte Städte, Regionen und Unternehmen die gewünschten Domainnamen beantragen. Die Ausschreibung startet nach der Einschätzung von BITKOM frühestens im zweiten Quartal des kommenden Jahres.

„Einzelne Homepages mit den neuen Endungen sollen dann nach einem fairen und transparenten Verfahren vergeben werden", erläutert der BITKOM-Präsident das weitere Vorgehen. „In der Startphase muss verhindert werden, dass große Mengen an Domains zu Spekulationszwecken reserviert werden." Dazu hat ICANN in den vergangenen Monaten entsprechende Regeln entwickelt: Unternehmen und Bürger mit "berechtigten eigenen Interessen" sollen in den ersten Monaten Vorrang haben. Eine solche so genannte Sunrise-Periode hat sich Scheer zufolge bereits bei der Einführung der Endung .eu bewährt.

Auch tehemenbezogene Homepage-Endungen denkbar

Neben Städte-Kürzeln wie .berlin sind regionale Endungen wie .bzh für die französische Bretagne oder .quebec für die gleichnamige kanadische Provinz im Gespräch. Auch neue themenbezogene Kennungen wie .sport oder Domain-Endungen für große Unternehmen und Institutionen sind denkbar. Wie die Zulassung im Detail läuft, muss die ICANN allerdings noch entscheiden.