Der Internetbeirat der Bayerischen Staatsregierung hat ein optimistisches Bild der künftigen Entwicklung im Hightech-Bereich gezeichnet.

Der Vorsitzende des Internetbeirats Prof. Hubert Burda fasste die Überzeugung der Beiräte mit dem Ausspruch zusammen: "Ob bei einem Automobilhersteller mal die Aktien runtergehen spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass der Verkehr immer zunimmt." Das gelte auch für die Internetwirtschaft. Staatsminister Erwin Huber sprach in den Räumen von gotoBavaria am Englischen Garten von einer "gewaltigen Zukunft für das Internet". Natürlich gebe es eine Delle, sie sei aber von vorübergehender Natur.

Die digitale Revolution lasse sich nicht von Schwankungen in den Börsenkursen stoppen, so Minister Huber, der Ende Oktober in Südindien ein Büro der bayerischen Standortmarketing-Agentur gotoBavaria zur Intensivierung der Kontakte mit indischen IT-Firmen eröffnen wird.Die Zusammensetzung des Internetbeirates selbst war das erste Gesprächsthema der Sitzung. Denn zahlreiche Dot-Coms, die vor einem Jahr noch in dem Gremium vertreten waren und Input für die Bayerische Staatsregierung lieferten, sind mittlerweile von der Bildfläche verschwunden.

Nicht verschwunden ist dagegen die Energie der Marktteilnehmer. Der Multimedia-Verleger Burda sprach sich für eine Intensivierung von Projekten wie E-Government oder gar E-Church aus. Nach der Devise "Best practise" solle der Freistaat Musterbeispiele des elektronischen Bürgerservices aus anderen Ländern kombinieren und optimieren. "Keine Panik! Lasst Euch nicht verrückt machen", sagte Sebastian Schnitzenbaumer. Der 23jährige Gründer und Vorstandsvorsitzende der internationalen Mozquito AG ist seit zwei Jahren Berater der Staatsregierung in Sachen Internet. "Wir können stolz sein auf die Errungenschaften und Leistungen der vergangenen Jahre. Es gibt noch viele Chancen in der Kommunikationswirtschaft, die Vernetzung unserer Gesellschaft hat gerade erst angefangen. Mit dem Einsatz des Datenstandards XML lassen sich noch ungeheure Potentiale verwirklichen."

An der Sitzung nahmen Staatsminister Erwin Huber als Aufsichtsratsvorsitzender von gotoBavaria sowie Vertreter der IT-Branche aus dem ganzen Freistaat teil. Der Internetbeirat, der zweimal jährlich tagt, berät die Staatsregierung bei ihren Strategien für die Weiterentwicklung der IT-Geschäfte in Bayern und beim Standortmarketing durch die Agentur gotoBavaria. Staatsminister Huber sprach sich auf Anregung des Bayerischen Landtages für die Einrichtung einer Arbeitsgruppe zur Rolle der Frau in der Computerwelt aus. Zur Vorsitzenden wurde Steffi Czerny, Corporate Strategy Director im Stab von Burda Media, gewählt. Sie will sich um Lösungsmodelle für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der IT- und Medienwelt bemühen. Außerdem sollen die Karrieremöglichkeiten von Frauen in der IT-Szene ausgebaut werden. "Die so genannte digitale Spaltung unserer Gesellschaft in Computerexperten und Computerlaien trennt noch viel zu oft die Männer- von der Frauenwelt. Wir wollen noch mehr Frauen mit dem Internet die Tür zur Wissensgesellschaft öffnen".

Die Bayerische Staatskanzlei hat gotoBavaria zum Standortmarketing in den Branchen Medien, Informations- und Kommunikationstechnik gegründet. gotoBavaria hat neben seinem Münchner Büro auch einen Agentursitz im Silicon Valley (Palo Alto) und eröffnet am 31. Oktober ein Büro in Bangalore (Südindien). Neben dem Freistaat Bayern als Mehrheitsgesellschafter (Aufsichtsratsvorsitzender ist Staatsminister Erwin Huber) sind die Industrie- und Handelskammern sowie die Messegesellschaften von München, Nürnberg und Augsburg, der Bayerische Rundfunk, die Landeszentrale für neue Medien BLM, der FilmFernsehFonds Bayern, die Bayerische Landesbank und die Hypo-Vereinsbank an der Agentur gotoBavaria beteiligt. (JR)


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