Die Übernahme von Hessnatur durch Capvis hat für Unruhe bei Kunden und Mitarbeitern gesorgt. Nun versuchte die Investorengruppe bei einer internen Versammlung die Wogen zu glätten.

Capvis-Manager haben sich an diesem Mittwoch auf einer Mitarbeiterversammlung am Stammsitz von Hessnatur in Butzbach Mitarbeitern, Führungskräften und dem Betriebsrat vorgestellt.

Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft hatte den Ökoversender Hessnatur Ende Mai von der Primondo Specialty Group erworben. Die Übernahme hatte Unruhe unter Kunden und Angestellten ausgelöst, die befürchten, dass der hohe Ökoanspruch des Versenders und des dazugehörigen Modelabels nicht gewahrt wird.

In der Mitarbeiterversammlung versuchte das Capvis-Team diese Bedenken zu zerstreuen und bekannte sich ausdrücklich zur "Wahrung der hohen ökologischen und sozialen Standards" von Hessnatur sowie zu Mitarbeitern, Führungskräften und Geschäftsführung. Alle Standorte sollen weiter bestehen.

Hessnatur-Manager verteidigen Capvis-Übernahme

"Capvis ist ein seriöser und finanzstarker Investor und geht mit Erfahrung und Fingerspitzengefühl auf die Bedürfnisse von Hessnatur ein", warb Geschäftsführer Wolf Lüdge für den neuen Eigentümer.

"Unsere Idee, Kunden durch die Einführung eines Kundenrates in den Dialog einzubinden, wurde von Capvis ausdrücklich begrüßt, um damit die Kontinuität bei den hohen ökologischen und sozialen Standards von Hessnatur auch von unabhängiger Seite sicherzustellen", so Lüdge.

Dem Verkauf von Hessnatur an Capvis ist ein Bieterkampf vorausgegangen. Die Mitarbeiter wollten den Versender übernehmen, dem Besitzer war deren Kaufangebot jedoch nicht hoch genug.