Wochenlang hatte der Weltbild-Insolvenzverwalter mit dem Investor Paragon verhandelt. Nun zaubert Insolvenzverwalter Geiwitz mit der Droege Group einen neuen Käufer aus dem Hut.

Der insolvente Weltbild-Konzern wird überraschend an einen neuen Investor verkauft. Wie Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz am Mittwoch nach wochenlangen Verhandlungen mit der Münchner Beteiligungsgesellschaft Paragon bekanntgab, sind diese Gespräche gescheitert.

Die Augsburger Verlagsgruppe, die bislang der katholischen Kirche gehörte, gehe nun mehrheitlich an das Düsseldorfer Familienunternehmen Droege International Group AG. Der notarielle Kaufvertrag soll bis Ende der kommenden Woche unterzeichnet werden. Einigkeit über die Inhalte sei aber bereits erreicht, betonte Geiwitz.

Betriebsrat und Gewerkschaft begrüßen den Verkauf

Er rechnet damit, dass weniger als 50 Mitarbeiter zusätzlich nach dem Verkauf das Unternehmen verlassen müssen. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Berichte, dass Paragon bis zu 250 weitere Jobs abbauen wollte. Etwa 900 Beschäftigte waren bei Weltbild bereits in Auffanggesellschaften gewechselt. Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi begrüßten den Verkauf an Droege.

"Wir wünschen Weltbild alles Gute und viel Glück für die Zukunft", sagte Paragon-Sprecher Carsten Zehm auf Anfrage. Weitere Angaben wollte er nicht machen.

Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) forderte eine schnelle Einigung: "Die Beschäftigten, ihre Angehörigen sowie Kunden und Partner des Unternehmens brauchen schnell Klarheit über den künftigen Weg von Weltbild." Erfreulich sei, dass der Insolvenzverwalter nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Paragon schnell einen neuen Investor präsentiert habe, der Weltbild als Ganzes erhalten wolle. "Dass bereits ein Notar-Termin für die endgültige Vertragsunterzeichnung vereinbart wurde, spricht für die Ernsthaftigkeit und den weiten Fortschritt der Gespräche", sagte Aigner.

Insolvenz Anfang des Jahres

Die Weltbild-Gruppe hatte Anfang des Jahres Insolvenz angemeldet, nachdem die beteiligten Bistümer den Geldhahn zugedreht haben. Zuletzt hatte das Unternehmen laut Geiwitz rund 100 Millionen Euro Verlust im Geschäftsjahr verbuchen müssen. Die Weltbild-Gruppe beschäftigt derzeit noch mehr als 2000 Mitarbeiter am Konzernsitz in Augsburg und in den Buchhandlungen in ganz Deutschland.