Die KarstadtQuelle Bank heißt ab Montag Valovis Commercial Bank. Der Spezialist für Kreditkarten und Absatzfinanzierung sucht neue Kunden im Handel.

Nachdem sich die KarstadtQuelle Versicherung schon Mitte Februar zur Ergo Direkt umbenannt hat, kündigte nun auch die KarstadtQuelle Bank an, sich mit Wirkung zum 8. März dieses Jahres einen neuen Namen zu geben. Ab kommendem Montag tritt der Konsumfinanzierer als Valovis Commercial Bank im Markt auf.

"Der Name KarstadtQuelle Bank ist zu einem Problem geworden, weil er bei den Kunden falsche Assoziationen weckt", erläuterte Vorstandsmitglied Theodor Knepper am heutigen Montag in Frankfurt am Main. Unter der Adresse www.vc-bank.de ist bereits eine Internetpräsenz freigeschaltet. Die Umbenennung ist laut Knepper Teil eines Restrukturierungskonzepts mit dem die Bank bis 2011 wieder in die Gewinnzone zurückgeführt werden soll.

Absatzfinanzierung für mittelständische Händler

Künftig will das Institut seine Dienstleistungen in der Absatzfinanzierung und bei der Herausgabe von Kreditkarten verstärkt mittelständischen Handelsunternehmen anbieten und sich damit vom Vertrieb über die Karstadt-Häuser emanzipieren. Derzeit steuern die Warenhäuser noch rund 80 Prozent des Neugeschäfts bei.

Knepper, der dem Vorstand seit Juli 2009 angehört, setzt aber auch auf eine Fortführung der Zusammenarbeit: „Wer auch immer Karstadt übernehmen wird, in den Häusern werden auch künftig Umsätze generiert. Wir gehen davon aus, dass wir weiterhin Vertriebspartner bleiben."

Darüber hinaus will die VC-Bank auch in den Geschäftsbereich Factoring einsteigen und Händlern die Vorfinanzierung von Ratenkäufen anbieten. "Wir sehen großes Potenzial für unsere Dienstleistungen, beispielsweise bei Online-Händlern", sagte  Knepper. Für viele Handelsunternehmen sei die Qualität der Abwicklungsprozesse wichtiger als die Konditionen. "Einige Kunden, die im Zuge der Arcandor-Insolvenz abgewanderten, sind bereits wieder zurückgekehrt". 

Quelle: Valovis Commercial Bank
Quelle: Valovis Commercial Bank
Im vergangenen Jahr wickelte das Institut rund 100.000 Absatzfinanzierungen für Handelskunden ab. Die ehemalige KarstadtQuelle Bank ist darüber hinaus der größte Herausgeber von Kreditkarten, rund 900.000 Mastercard-Inhaber gehören zu ihrem Kundenportfolio. Mit derzeit 20 sogenannten Co-Brand-Partnern gibt das Institut aktuell Karten heraus. Knepper sieht in diesem Markt ein Potenzial von 100 Partnerschaften.

Wertsteigerung durch Restrukturierung

2009 musste die Bank ein Minus von 11 Millionen Euro verbuchen, für dieses Jahr erwartet Knepper ein "leichtes Minus". Im Jahr 2011 will der neue Vorstand eine "marktgerechte Eigenkapitalverzinsung" erreichen. Die neun Filialen der Bank in Karstadt-Niederlassungen wurden im vergangenen Jahr geschlossen, von den ursprünglich 240 Mitarbeitern mussten 80 gehen.

Die Valovis Commercial Bank ist eine 100-prozentige Tochter der Valovis Bank, die wiederum im Januar 2009 vom KarstadtQuelle Mitarbeitertrust aus dem mittlerweile insolventen Arcandor-Konzern herausgekauft wurde. Ziel des neuen Eigentümers sei eine Wertsteigerung durch die Restrukturierung, mit einem kurzfristigen Verkauf durch den Pensionsfonds der Konzern-Mitarbeiter rechnet Knepper daher nicht.