Sie setzen auf größere Läden und gutes Personal. Der Erfolg: Die Neuform-Reformhäuser haben 2011 ein Umsatzplus erzielt. Experten sagen sogar noch ein viel größeres Potenzial voraus.

Die Reformhäuser konnten lange vom Boom des Handels mit Bioprodukten nicht profitieren. Doch mittlerweile scheint sich die Branche erholt zu haben. Schon im Februar bescheinigte die Unternehmensberatung Wieselhuber & Partner den Reformhäusern eine Trendwende. In diesem Jahr wird dieser Geschäftstyp 125 Jahre alt.

Dazu passt, dass die Reformhäuser, die dem Neuform-Verbund angeschlossen sind, für 2011 gute Umsatzzahlen vermelden. So kletterten die Erlöse auf 604,3 Millionen Euro - das ist im Vergleich zu 2010 ein Plus von fast 1,5 Prozent.  Schon 2010 betrug das Plus 1,4 Prozent. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzanstieg von 1,8 Prozent erwartet.

Weniger Mitglieder, mehr Fläche

Weiter rückläufig ist hingegen die Zahl der Mitgliedsunternehmen. So gehörten Ende vergangenen Jahres noch 569 Mitglieder der Neuform-Gruppe an, 34 weniger als 2010. Im Jahr 2009 waren es gar noch 651 Mitglieder.

Demzufolge sinkt auch die Zahl der Läden in Deutschland weiter: Ende 2011 gab es noch 1.368 Verkaufsstellen  gegenüber 1.448 im Jahr 2010. Zusammen mit den Märkten in Österreich, Slowenien und Südkorea haben Neuform-Mitglieder 2.426 Läden - immerhin drei mehr als 2010.

Der mit einem Umsatzanteil von 45 Prozent größte Sortimentsbereich der Neuform-Häuser sind Lebensmittel. Kosmetik und Körperpflege machen 19 Prozent aus. Die Zukunft sieht der Verbund in größeren Läden mit einem breiteren Sortiment. Zudem soll die Kundenberatung verbessert werden.

"2012 werden wir an unserer Akademie in Oberursel bei Frankfurt das Seminar- und Schulungsangebot weiter ausbauen", erklärte der Vorstand der Neuform und der Stiftung Reformhaus-Fachakademie, Rainer Plum.

Die Experten von Wieselhuber & Partner bescheinigten Reformhäuser großes Potenziel - und prognostizieren sogar ein Marktvolumen von 1 Milliarde Euro Umsatz. "Reformhäuser haben einen Bekanntheitsgrad von 95 Prozent deutschlandweit und verfügen über ein flächendeckendes Netz. Sogar bekannte Mitbewerber wie Alnatura liegen mit 63 Prozent Bekanntheitsgrad weit zurück", sagt Philipp Prechtl, Branchenexperte bei Wieselhuber & Partner.