Der innovative Ruf der New Economy muss für Teile der Personalarbeit in Frage gestellt werden. Diesen Schluss zieht eine neue Studie von PricewaterhouseCoopers.

Der innovative Ruf der New Economy muss für Teile der Personalarbeit in Frage gestellt werden. Denn Lernprozesse, die die Old Economy bereits erfolgreich vollzogen hat, werden nicht oder nur teilweise umgesetzt. Durch Ressourcenbindung in der Administration bleibt zu wenig Raum für strategische Aufgaben. Diesen Schluss zieht die Studie "Human-Resource-Management in der New Economy - Derzeitige Praxis und zukünftige Herausforderungen" von PricewaterhouseCoopers.

Gerade in der New Economy hängt der Unternehmenserfolg entscheidend von der Innovationsfähigkeit, Serviceorientierung und Flexibilität der Mitarbeiter ab. Dies setzt ein effizientes Personalmanagement in den Unternehmen voraus. Laut Studie spielt die Arbeit der Personalabteilung in der New Economy strategisch jedoch noch eine untergeordnete Rolle. Klassische Aufgaben der Personaladministration wie Arbeitsverträge oder Gehaltsabrechnungen werden nicht ausgelagert, sondern von den Unternehmen selbst wahrgenommen. Dies ist nach Ansicht der Analysten von PricewaterhouseCoopers überraschend, denn in der Old Economy werden heute aus Kapazitätsgründen zahlreiche Administrationsaufgaben an externe Dienstleister ausgegliedert. So können die Personalabteilungen den Fokus auf strategisch wichtige Aufgaben der Personalentwicklung und -führung verlagern.

Die Personalarbeit der New Economy ist jedoch auch von modernen Ansätzen geprägt. Bei der leistungsorientierten Vergütung liegt sie weit vor den Old Economy-Unternehmen: 87% der befragten Unternehmen nutzen dieses Instrument und überprüfen es anhand von Zielvereinbarungen. Der Mythos vom dynamischen Unternehmen, in dem die Mitarbeiter ohne Blick auf die Uhr arbeiten, scheint sich zu bestätigen. Ein Drittel der befragten Unternehmen besitzt keine Arbeitszeiterfassung.

Doch auch in der New Economy wächst das Bedürfnis der Mitarbeiter nach einer Balance zwischen Arbeit und Freizeit sowie nach dem Ausgleich von Überstunden. Dem tragen bereits fast 80% der befragten Unternehmen Rechnung, 15% erkennen zumindest einen Bedarf, der zukünftig erfüllt werden soll.

Angebotene Sozialleistungen reichen von Dienstwagen, Direktversicherungen und vermögenswirksamen Leistungen bis hin zu Sonderurlaub- und Auszeit-Regelungen (Sabbatical). Auch in diesem Fall braucht die New Economy den Vergleich mit der Old Economy nicht zu scheuen: Sie bedient sich innovativerer Leistungsformen und praktiziert Sozialleistungen als wichtige Form der Mitarbeiterbindung.

Durch schnelles Wachstum der Unternehmen war in der Vergangenheit hoher Personalbedarf das Schlüsselthema für die Personalarbeit in der New Economy. In diesem Bereich sind alle befragten Unternehmen aktiv. Die Auswahl der Mitarbeiter und deren Verwaltung führen die Unternehmen ausschließlich intern durch. Lediglich bei der Suche nach Personal greifen knapp 40% zusätzlich auf externe Jobbörsen und Personalberater zurück.

Maßnahmen zur strategischen Personalentwicklung wurden der Studie zufolge bislang von der New Economy unterbewertet und standen hinter den klassischen Aufgaben zurück. Weniger als 50% der Unternehmen engagieren sich in diesem Bereich. Davon ausgenommen sind Trainingsmaßnahmen wie Schulungen, die von 80% der Unternehmen im Rahmen einer Bedarfsplanung aufgeführt werden. Die Aktivitäten der Personalentwicklung haben insgesamt den Charakter von Einzelmaßnahmen. Integrierte Personalentwicklungsprogramme für Führungskräfte oder den Führungsnachwuchs liegen erst im Ansatz vor.

Nach der Wachstumsphase, die vor allem durch Personalrekrutierung und Personalaufbau gekennzeichnet war, wird nun die langfristige Bindung und Weiterentwicklung der Mitarbeiter wichtiger. Die zukünftigen Aufgabengebiete liegen demnach in der Personalentwicklung und in der Leistungsbeurteilung (Performance Management). "Die Herausforderung der Zukunft für die New Economy ist, die Aufgaben richtig zu fokussieren und die Personalführung als strategischen Erfolgsfaktor in die Unternehmensstrategie zu integrieren," resümiert Dr. Annette Marschlich, Human Resource-Expertin bei PricewaterhouseCoopers.

Die Studie "Human Resource-Management in der New Economy" ist unter der Internet-Adresse www.pwcglobal.com/de abzurufen. (ST)


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