2011 haben die deutschen Händler ihren Erfolg hart erarbeitet. Das wird auch 2012 so sein - und doch wird einiges in der Branche anders werden. Ein Weihnachts- und Neujahrsgruß von Der Handel-Chefredakteur Marcelo Crescenti.

Der 24. Dezember ist jener Tag, an dem sich Händler mit schmerzenden Füßen und brennenden Augen irgendwann, wenn sie den Laden endlich zugemacht und die letzten Last-Minute-Käufer vertrieben haben, abends am Weihnachtsbaum sitzen und sich - kurz - vor der Saisonhektik erholen dürfen.

Der Stress geht am 27. Dezember weiter, wenn die "Umtauscher" und die Gutscheininhaber die Läden stürmen. Somit sind die Weihnachtsfeiertage eine gute und seltene Gelegenheit, über das vergangene Jahr nachzudenken.

Dass der Handelsverband die Umsatzprognose für die Branche nach oben korrigiert hat, zeigt schon, was für ein außergewöhnliches Jahr 2011 doch war. Außergewöhnlich gut für die meisten Händler, deren Erfolg jedoch nicht nur auf die gute Konjunktur gründet: Sie investierten in Ladenbau, optimierten Preise, schulten das Personal, überprüften Kosten und verbesserten das eigene Marketing. Das Ergebnis ist ein deutliches Plus gegenüber dem Vorjahr.

Multichannel wird Standard

Die Prognosen für 2012 sind nebulös, doch einige Trends werden die Handelsbranche im nächsten Jahr ganz sicher stark beschäftigen und weiter verändern. Zum einen kommen ständig neue Spieler ins Feld - der Paketdienstleister DHL etwa wurde durch eine Unternehmensbeteiligung selbst zum Onlinehändler, und Medienanbieter wie Disney wollen ihre Produkte selbst verkaufen.

Zum anderen wird 2012 voraussichtlich das Jahr sein, in dem auch der letzte stationäre Händler begreifen wird, dass er eine Anbindung an das erfolgreiche E-Commerce braucht. Das Wort "Multichannel" verliert ihre Bedeutung, denn der Mehrkanal-Vertrieb wird zum Standard.

Auch das kontaktlose Zahlen wird die Vorgänge an der Kasse stark verändern. Die neue Technologie steht mit der neuen Geldkarte "girogo" vor dem Durchbruch. Derweil geht die ec-Lastschrift in die Verlängerung.

Keine "Händler des Jahres" mehr

Und noch etwas ändert sich 2012: Es wird keinen Preis "Händler des Jahres" geben - zumindest nicht mit der Unterstützung des Handelsverbandes HDE. Wie Recherchen von Der Handel zeigten, stand diese Auszeichnung auf einer wackeligen Basis. Auf Anfragen unserer Redaktion hin distanzierten sich nicht nur der HDE, sondern auch Gewinner wie Kik und Thalia vom Preis.

Auch 2012 bleiben wir an den wichtigen Branchenthemen dran. Die Redaktion von Der Handel wünscht - ganz nach dem Geist des Multichannel-Gedankens - seinen Print- sowie Onlinelesern ein frohes Fest und ein erfolgreiches Jahr 2012!