Ist das noch erlaubt? Was sollen die Kinder sagen? Darf der Spot erst nach 22 Uhr laufen? Der aktuelle TV-Spot von Zalando für Weihnachten beleidigt in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Dänemark, Frankreich und sogar in den besonders katholischen Ländern Italien und Polen einen rüstigen Senioren. Der TV-Spot könnte jetzt sogar zu einem Fall für die Bundesregierung werden.
Zalando: Ganz gemein zum Weihnachtsmann
Zalando: Ganz gemein zum Weihnachtsmann
Schon 2012 ärgerte Zalando in der Vorweihnachtszeit den Weihnachtsmann. Kinder sollen damals vor dem Fernseher geweint haben.

Im neuen Spot (Agentur: Jung von Matt/Fleet) kommt es erstmal noch dicker. „Du bist doch Schnee von gestern!“ kanzelt der Zalando-Postbote den Weihnachtsmann vor dem Kamin ab. Total gemein.

Doch es kommt noch schlimmer: Mit einem Fingerschnippen verwandelt sich der Weihnachtsmann in den Zalando-Postboten, tauscht seinen roten Mantel gegen die Postbotenuniform. Darf das? Das Symbol weihnachtlichen Schenkens als eine Billigvariante (kein Zauberstab!) von Albus Dumbledore?

Die Folge: Der Zalando-Bote schreit vor Entsetzen, weil nun doch der Weihnachtsmann die Geschenke bringen kann.  Wir finden, das geht gar nicht.




Erstens: Die Arbeitsbedingungen in der Logistik, noch dazu bei Schnee auf einem engen Dach, sind hart genug. Was der Weihnachtsmann da tut, grenzt an Mobbing. Zudem wirkt es so, als stürze der Postbote gleich vom Dach. Schlimm. Der Weihnachtsmann ist da kein gutes Vorbild für den Nachwuchs, die Zukunft unseres Landes.  Denn was lernt sie dabei? Hinterhältiges Tricksen und egoistische Ellenbogen führen zum Erfolg.

Zweitens: Der Weihnachtsmann hat keinen Arbeitsvertrag als offizieller Zusteller. Lohndumping!!! Womöglich arbeitet er sogar ganz ohne Lohn. Nötig hat es Geld ja wohl (Kirchensteuer?) nicht. 

Dabei hatte Bundeskanzerin Angela Merkel gerade noch deutlich gewarnt:

"Wir müssen aufpassen, dass es faire Wettbewerbsbedingungen gibt, dass es auch faire Bezahlungen gibt, gerade auch im Online-Handel müssen die Arbeitsbedingungen vertretbar und für die Beschäftigten akzeptabel sein."


Berlin sollte man nun beim Wort nehmen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und Zalando genau auf die Finger schauen. Im Interesse unserer Kinder und aller Beschäftigten. Gerade auch mit Blick auf die Zukunft unseres Landes.
Bald ist ja schon Ostern. Wer weiß, welches Symbol unbeschwerter Kindheit Zalando dann werblich schlachtet.