Über diesen Leerstand ist im Magdeburger Hundertwasserhaus niemand traurig: Ein Laden der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar musste geräumt werden.

Im Magdeburger Einkaufszentrum Hundertwasserhaus wird seit diesen Freitag keine Kleidung der bei Rechtsextremen beliebten Marke Thor Steinar mehr verkauft.

Das Geschäft sei aufgrund einer Entscheidung des Oberlandesgerichtes Naumburg (OLG) um 10 Uhr geräumt worden, teilte die Geschäftsführerin des Hundertwasserhauses Kathleen Schechowiak mit. Das Gebäude gehört zum Siedlungswerk St. Gertrud Wohn- und Immobilienservice GmbH.

Das OLG hatte im Oktober entschieden, dass das Geschäft ausziehen muss, weil der Mieter den Vermieter vor dem Einzug 2007 über sein Sortiment getäuscht habe.
Jacken, Hemden und Pullover der Marke "Thor Steinar" gelten laut Verfassungsschutz als Erkennungszeichen von Neonazis.

Unter falschem Namen eingezogen

Der Ladenbetreiber Thomas Meusel (Zeesen, Brandenburg) hatte gegen die Räumungsanordnung beim Bundesgerichtshof Revision eingelegt, über die noch nicht entschieden ist. Das OLG-Urteil war aber vorläufig vollstreckbar, was nun geschah.

Kathleen Schechowiak, die Geschäftsführerin des multifunktionalen Gebäudes mit Läden, Veranstaltungsräumen, Hotel und einem Kabarett und sagte im Gespräch mit Der Handel: "So einen Laden hat Magdeburg nicht verdient."

Schechowiak beteuert, dass sie niemals den Einzug des Ladens in die "Grüne Zitadelle" zugestimmt hätte wenn sie vorher gewusst hätte, was verkauft werden sollte. Doch Inhaber Meusel habe ihr zuvor lediglich mitgeteilt, dass er ein Outdoor-Geschäft führen wolle. "Narvik" hatte er sein Geschäft genannt. "Wir sind belogen worden", sagt die Geschäftsführerin.

Zwar zieht der Thor Steinar-Laden jetzt aus dem Hundertwasserhaus aus, doch das Unternehmen erklärte auf dpa-Anfrage, der Rechtsstreit in Magdeburg sei noch nicht beendet. Auch in anderen Städten wie Berlin oder Leipzig hatte es zuletzt rechtliche Auseinandersetzungen um Thor-Steinar-Geschäfte gegeben.