Deutsche Konzerne nutzen die Potenziale von IT-Systemen für die Personalarbeit nur sehr begrenzt. Kaum ein Unternehmen hat bisher ein umfassend integriertes System realisiert.

Deutsche Konzerne nutzen die Potenziale von IT-Systemen für die Personalarbeit nur sehr begrenzt. Kaum ein Unternehmen hat bisher ein umfassend integriertes System realisiert. Dies ist das Ergebnis der Studie "Status Quo der HR-IT-Umsetzung in deutschen Konzernen", die von der Kienbaum Management Consultants GmbH herausgegeben wurde.

"Großunternehmen nutzen die gängigen Systeme bisher lediglich für Administration, Zeitwirtschaft und Abrechnung", sagt Jens Bäumer, Leiter der Studie bei Kienbaum. Strategische Funktionen wie Personalbeschaffung und -planung, eLearning, Wissensmanagement oder Zielvereinbarungsprozesse würden hingegen noch nicht über integrierte Human-Resources-Systeme (HR) abgewickelt. "Meist scheitern die Anstrengungen der Personalexperten, auch diese Funktionen über die existierenden Systeme abzuwickeln, an der Überzeugung der Vorstände, das Kosten-Nutzenverhältnis rechne sich nicht", so Bäumer. Die notwendigen Investitionsvolumina bewegen sich zwischen 25 und 70 Mio. DM. Spätestens nach zwei bis drei Jahren muss sich eine Implementierung amortisiert haben.

Grundlage der Kienbaum-Untersuchung ist eine Befragung zur Nutzung von integrierten HR-Systemen in neun deutschen Großkonzernen im August 2001. Ziel der Untersuchung war es, den Entwicklungsstand von HR-Systemen in den Unternehmen zu eruieren sowie deren Erfahrungen mit alternativen Ansätzen wie Outsourcing und Shared Services zu beleuchten.

Die Konzerne nutzen nach Angaben von Kienbaum durchweg die Produkte zweier Anbieter für die Personalarbeit: SAP(HR) und PeopleSoft. Bei den SAP-Anwendungen liegt der Fokus auf den Kernfunktionalitäten Administration und Abrechnung. Eine Unterstützung der wertschöpfenden HR-Prozesse ist bisher nur rudimentär entwickelt (z.B. Personalentwicklung, Rekrutierung). Kienbaum erwartet jedoch, dass 2002/2003 auch für diese Prozesse tragfähige Lösungen auf SAP-Basis zur Verfügung stehen werden. Die Anwender von PeopleSoft konzentrieren sich auf HR-Prozesse und E-Business-Fähigkeiten mit dem Ziel einer qualitativ veränderten Personalarbeit bei gleichzeitigen Rationalisierungseffekten.

Realisiert wurden entsprechende Funktionalitäten nur in Einzelfällen und bisher ohne Integration der Abrechnung. Keiner der befragten Konzerne zieht Outsourcing - beispielsweise der Personalabrechnung - in Betracht oder hält dies für realistisch. Als Gründe werden zum einen die Komplexität der Tarifverträge, Betriebsvereinbarungen und Unternehmensstrukturen genannt. Zum anderen werden durch die Größe der Unternehmen Synergiepotenziale bereits durch eine zentralisierte Abrechnung realisiert. Geprüft wurden auch Möglichkeiten von Shared Services und Outsourcing in Zusammenhang mit HR-IT. (ST)


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