Die Elektronikbranche zieht eine positive Halbjahresbilanz. Nur die Unterhaltungselektronik schwächelt - Impulse durch die Frauen-Fußball-WM blieben aus.

Foto: IFA Berlin
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Der Markt für technische Gebrauchsgüter hat sich im zweiten Quartal gut entwickelt. Daran ändert auch das im Vergleich zum zweiten Quartal 2010 schwächere Geschäft mit Unterhaltungselektronik nichts.

Die Umsätze mit Unterhaltungselektronik sanken im Vorjahresvergleich um 16,5 Prozent. Allerdings war das zweite Quartal 2010 von sportlichen Großereignissen wie Fußballweltmeisterschaft und Olympischen Spielen geprägt, die zu einem Nachfrageschub bei Fernsehgeräten führten. Ein vergleichbarer Effekt durch die Frauen-Fußball-WM blieb in diesem Jahr aus. 

Positive Halbjahresbilanz

Der Gesamtmarkt für technische Gebrauchsgüter in Deutschland wuchs im zweiten Quartal 2011 laut GfK Retail and Technology um 3,2 Prozent, was einem Gesamtumsatz von 11,2 Milliarden Euro entspricht. Elektroklein- und Elektrogroßgeräte sowie insbesondere Informationstechnologie sorgen laut GfK für diese positive Halbjahresbilanz. 

Produkte aus dem Bereich Informationstechnologie treffen derzeit besonders

den Nerv der Konsumenten in Deutschland, die dafür im zweiten Quartal

2011 insgesamt 4,1 Milliarden Euro ausgaben. Dies schlägt sich in einem erneut

zweistelligen Umsatzplus von 18,5 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode nieder.

iPad als Wachstumstreiber

Die mit Abstand wichtigste Warengruppe bleiben Notebooks, die mit einer zweistelligen Wachstumsrate zur Gesamtentwicklung beitragen. Fehlende Innovationen und Sättigungstendenzen zeigen sich hingegen bei Desktop-Rechnern, die im Vorjahr noch von einer Welle von Ersatzkäufen profitieren konnten. Damit wird der rückläufige Trend in diesem Bereich fortgesetzt.


Ganz anders die Entwicklung bei "Communication Devices", dazu gehören Wireless-Router oder Dockingstationen, die hohe zweistelligen Wachstumsraten aufweisen.

Angekündigte neue Modelle - insbesondere bei WebBooks und Tablet-PCs - werden die nach Einschätzung der GfK den IT-Markt auch in der zweiten Jahreshälfte positiv beeinflussen.

Anziehende Preise bei Elektrogroßgeräten

Das Jahr 2011 erweist sich auch für den Markt der Elektrogroßgeräte bislang als erfreulich. Eine Wachstumsrate von 7,7 Prozent im zweiten Quartal und ein Marktvolumen von 1,8 Milliarden Euro sind das Ergebnis der wieder leicht anziehenden Preise.

Davon profitieren in erster Linie Kühlgeräte sowie Kochmulden und -flächen, deren Umsätze im Vorjahresvergleich jeweils zweistellig zulegten. Insgesamt hat die Nachfrage nach größeren Geräten oder einer verbesserten Ausstattung, wie beispielsweise NoFrost-Technologie bei Kühlgeräten, zugenommen.

Auch Elektrokleingeräte tragen zur insgesamt positiven Bilanz des Gesamtmarkts bei. Die Umsätze wuchsen im zweiten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent auf fast 600 Millionen Euro.

Konsumenten lieben teure Kaffeeautomaten und Staubsauger

Die Segmente Küchenhilfen und Heißgetränke entpuppen sich hierbei als Wachstumstreiber, insbesondere gilt das für Espressovollautomaten und Espressokapselsysteme. Umsatzfördernd wirkt sich laut GfK aus, dass bei den Vollautomaten immer mehr verkaufte Geräte den höheren Preisklassen entstammen.


Da auch Staubsauger und Bügeleisen nach zuletzt rückläufigen Entwicklungen wieder von den Kunden gekauft werden, befinden sich die umsatzstärksten

Warengruppen im Sektor Elektrokleingeräte auf Wachstumskurs.

In der Kategorie Staubsauger lässt sich bei den Konsumenten ein genereller Trend zu Markenprodukten und hochwertigeren Geräten beobachten. So wurden beispielsweise  beutellose Staubsauger stärker nachgefragt.

Stabiler Fotomarkt trotz Produktionsrückgängen

Trotz Produktionsrückgängen japanischer Kamerahersteller im zweiten Quartal 2011 legte der Fotomarkt in Deutschland leicht um 0,5 Prozent auf über 600 Millionen Euro zu.


Insgesamt wurden deutlich weniger Geräte produziert, vor allem bei höherwertigen

Kameras gibt es weiterhin Lieferengpässe. Hingegen ist der Anteil an günstigeren

Produkten gestiegen. Das sind die Gründe für den leichten Umsatzrückgang

im wichtigsten Segment, den Digitalkameras.

Bezüglich der Kamerasysteme gibt es hingegen kaum Verschiebungen. Vorausgesetzt, die Produktion innovativer und hochwertiger Produkten in Japan gewinnt

wieder an Dynamik, erwartet die GfK, dass der derzeitige Rückgang in einigen Bereichen wieder ausgeglichen werden kann.


Das Zubehörgeschäft befindet sich weiter im Aufwärtstrend. Ein hoher Anteil von Produktpaketen bestimmt die Marktentwicklung, erlaubt entsprechendes Zusatzgeschäft und sorgt so für zusätzliche Rendite. Dies macht sich beispielsweise bei Stativen für Digitalkameras bemerkbar, deren Umsatz im zweiten Quartal 2011 zweistellig zulegte.

Telekommunikationsmarkt entspannt sich

Der Markt für Telekommunikation verzeichnete im zweiten Quartal 2011 in Deutschland nur noch einen minimalen Umsatzrückgang von 0,4 Prozent.

Damit ist der Negativtrend der letzten Monate erst einmal gestoppt. In erster

Linie sind es die immer beliebteren Smartphones, die deutlich häufiger

gekauft werden als noch vor einem Jahr.

Die wirtschaftlichen Finanz-Turbulenzen in den USA, die europäische Schuldenkrise sowie die jüngste Talfahrt an den Börsen erschweren allerdings eine Prognose für die kommenden sechs Monate. Die Anschaffungsneigung in Deutschland verzeichnet laut GfK bislang nur einen marginalen Rückgang.