Zwar betreiben die meisten Händler einen eigenen Webauftritt, doch nur jeder vierte bietet Kunden die Möglichkeit, online Ware zu bestellen, so eine internationale Studie. Deutschland liegt bei den Bestellshops an zweiter Stelle.

Trotz der wachsenden Bedeutung des Onlinegeschäfts bleibt der stationäre Handel die zentrale Säule im Einzelhandel. Dies ist ein Ergebnis einer aktuellen Studie des Immobiliendienstleisters CB Richard Ellis (CBRE), für die 320 Einzelhändler in 15 Ländern befragt wurden.

Laut CBRE verfügen 82 Prozent der Einzelhändler über einen Angebotskatalog im Internet. Nur bei rund einem Viertel (26 Prozent) der Web-Auftritte haben Kunden aber auch die Möglichkeit, tatsächlich Ware zu bestellen. In Großbritannien beträgt der Anteil der Bestellshops 44 Prozent, gefolgt von Deutschland (41 Prozent), den USA (39 Prozent), Frankreich (38 Prozent) und Spanien (37 Prozent).

Neue Märkte werden im Netz sondiert

Einzelhändlern mit bestehendem Filialnetz fällt es generell leichter, Online-Kapazitäten aufzubauen, heißt es in der Studie. Gleichzeitig beginnen immer mehr Händler, durch Webshops neue Märkte im Ausland vorab zu testen und Kundenpräferenzen zu erkunden, bevor sie mit dem Aufbau eines stationären Filialnetzes beginnen. Beispiele für ein solches Vorgehen bei der Erschließung des deutschen Marktes sind Top Shop und Abercrombie & Fitch.

In einigen Ländern wird besonders das sogenannte "Click-and-collect"-Prinzip ausgebaut, bei dem Kunden die im Internet bestellte Ware in den Filialen des Einzelhändlers abholen und auch zurückgeben können. Besonders beliebt ist dieses Vorgehen in Großbritannien. Hier wurde, gemessen am Wert, rund ein Drittel der elektronisch bestellten Ware im Weihnachtsgeschäft 2010 über diesen Weg verkauft. 

Potenzial für weiteren Ausbau der Onlineaktivitäten

Preisorientierte, auf Jeans spezialisierte Modehändler stellen laut CBRE-Studie mit 43 Prozent die größte Gruppe, die einen Onlineshop bietet. Im Bekleidungsbereich der mittleren Preisklasse sind dies 26 Prozent. Im Segment der Luxus- und Geschäftsmode haben 32 Prozent der Anbieter einen Onlineshop mit Lieferdienst.

Bei den Haushaltswarenhändlern und Warenhäusern verfügen nur 18 Prozent über einen solchen Onlineshop, und nur 9 Prozent der Cafés, Restaurants und Supermärkte liefern im Internet bestellte Ware. Bei den Supermärkten bildet Großbritannien eine Ausnahme, wo nahezu alle großen Anbieter über eine Online-Plattform mit Lieferfunktion verfügen.