Nur wenige Nutzer eines Sozialen Netzwerks vertrauen Informationen von Unternehmen - und viele ignorieren die Werbung, zeigt eine aktuelle Studie. Zudem gibt es bei der Nutzung von Facebook&Co. ein Südwest-Nordost-Gefälle.

Rund zwei von drei Internetnutzern hier zu Lande sind inzwischen in Sozialen Netzwerken wie Facebook, Xing, StudiVZ oder Twitter aktiv. Allerdings gibt es ein Südwest-Nordost-Gefälle: Während in Mecklenburg-Vorpommern nur rund jeder zweite Surfer Mitglied eines Sozialen Netzwerks ist, sind es in Rheinland-Pfalz mit 73 Prozent knapp drei von vier. Das ist das Ergebnis der Studie "Social Media-Atlas 2011" der Beratungsgesellschaft Faktenkontor.

Den zweiten Platz teilen sich demnach Baden-Württemberg und das Saarland mit jeweils 70 Prozent, es folgen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Hessen. Auf den achten Platz landet Bayern mit 65 Prozent, gefolgt von Hamburg, Berlin, Bremen, Thüringen, Schleswig-Holstein. Vor Schlusslicht Mecklenburg-Vorpommern mit 52 Prozent landen Brandenburg und Sachsen.

Private Kontakte vertrauenswürdig

Danach gefragt, wie viel Vertrauen die Deutschen Social Media-Nachrichten schenken, schneiden vor allem private Kontakte gut ab. Gut Zweidrittel der Befragten hat großes Vertrauen in Informationen, die von den persönlichen Kontakten stammen. Bei knapp jedem vierten Social Media-Nutzer hat eine Empfehlung aus dem privaten Netzwerk sogar schon mal zu dem Kauf eines Produkts geführt. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist es der Umfrage zufolge sogar knapp jeder Dritte.

Skeptischer sind die Social Media-Nutzer demnach bei Informationen von kommerziellen Anbietern: Nur 22 Prozent gaben an, hohes Vertrauen in Meldungen von Unternehmen zu haben. Auf der anderen Seite habe Werbung auf Social Media-Seiten bei gut einem Fünftel der User schon mal zum Kauf eines Produkts geführt. Ältere Nutzer lassen sich demnach seltener von den Werbebotschaften überzeugen als jüngere.

Werbung wird oft ignoriert

Gut jeder zweite befragte Internetnutzer versucht die Werbung in privaten oder beruflichen Netzwerken, Videoportalen und Blogs zu ignorieren. Vier von zehn Usern seien von den Anzeigen regelrecht genervt. Als Grund für diese Abwehrhaltung nennen 57 Prozent der befragten Social Media-Nutzer, dass sie sich von der Werbung nicht angesprochen fühlen.

Bei den aktuellen Social Media-Verweigerern gaben 7 Prozent der befragten Internetnutzer an, in Zukunft mal ein Netzwerk ausprobieren zu wollen. Mit 29 Prozent erteilt ein knappes Drittel den Social Media-Angeboten eine grundsätzliche Absage: Sie besuchen derzeit keine der Plattformen und haben es auch nicht vor. Sechs von zehn Social Media-Verweigerern interessieren sich generell nicht für das Thema, knapp 40 Prozent haben Angst um ihre Daten.

Die Studie

Die Studie "Social Media-Atlas 2011" wurde im Auftrag der Beratungsgesellschaft Faktenkontor und dem Marktforscher Toluna in Kooperation mit dem IMWF Institut für Management- und Wirtschaftsforschung durchgeführt. Dafür wurden 4.230 deutsche Internetnutzer onlinerepräsentativ zum Thema "Social Media" befragt. Untersuchungszeitraum war der 16. bis 27. Oktober 2011.