Die Bereiche Telekommunikation und Elektrokleingeräte stützen den Markt für Elektrogeräte. Denn in anderen Bereichen sieht es weniger gut aus.

Der deutsche Elektrogerätemarkt ist rückläufig. Im zweiten Quartal gab es ein Umsatzvolumen von knapp 12,6 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Die Entwicklung im ersten halben Jahr insgesamt war konstant bei einem Umsatzvolumen von 26,5 Milliarden Euro. Die Sektoren Elektrokleingeräte und Telekommunikation ragten mit deutlichen Wachstumsraten heraus. Das sind Ergebnisse der Branchenuntersuchung der GfK.

Die Nürnberger Konsumforscher weisen darauf hin, dass die starken Zahlen im Vorjahreszeitraum durch den Sondereffekt der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien erklärt werden. In diesem Jahr gab es kein solches Großereignis - folglich sackten die Umsätze im Bereich Unterhaltungselektronik ab. Das starke Vorjahresquartal konnte wie erwartet nicht übertroffen werden. Zwischen April und Juni sank der Umsatz um 17,1 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Das betraf vor allem das TV-Segment.

Fitnessgeräte treiben Telekommunikationsmarkt

Der Telekommunikationsmarkt wuchs hingegen zweistellig um 11,7 Prozent auf knapp 2,3 Milliarden Euro. Im Vergleich zum Vorjahr legte vor allem das Produktsegment der sogenannten Core Wearables deutlich zu. Am stärksten gefragt waren hier Health und Fitness Tracker, das mit Abstand größte Umsatzsegment, sowie Smart Watches.

Um 11,3 Prozent auf 902 Millionen Euro ist auch der Markt für Elektrokleingeräte gewachsen. Die Verbraucher kauften vor allem Espresso-Vollautomaten, Handstaubsauger, Standmixer, elektrische Zahnbürsten, Herrenrasierer und Küchenmaschinen.

Auch Elektrogroßgeräte wurden nachgefragt. Der Markt erzielte im zweiten Quartal ein Umsatzvolumen von 2 Milliarden Euro, das ist ein Plus zum zweiten Quartal 2014.

Bürogeräte weniger gefragt

Bei Bürogeräte und Verbrauchsmaterial sank hingegen der Umsatz knapp 1,2 Milliarden Euro, 1,1 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Als Wachstumssegmente gelten aktuell unter anderem kompakte Farb-Multifunktionsgeräte und Etikettendrucker.

Einbußen hingegen machte der Bereich Foto. Hier ging der Umsatz um 7,8 Prozent auf 426 Millionen Euro zurück. Positiv entwickelten sich Compact System Kameras und hochwertige Fixed Lens Kameras. Auch High-End-Modelle waren beim Verbraucher gefragt und lassen auf Wachstumsimpulse in der zweiten Jahreshälfte hoffen.

Bei der Informationstechnologie erwarten die Nürnberger Konsumforscher neuen Schwung durch das Programm Windows 10. Denn der Gesamtumsatz des Bereichs sank um 7,9 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Auf Wachstumskurs waren lediglich die Segmente Mobile Computing und Communication Devices.