70 Prozent aller Neukunden, die sich bei Limango registrieren, nutzen dazu ein Smartphone. Und immerhin die Hälfte aller Einkäufe auf der Plattform werden ebenfalls mit einem Smartphone erledigt. Mobiles werden immer mehr zur festen Größe, wenn der Kunde über Kauf oder Nicht-Kauf entscheidet.

Das wird die sympathischen Händler, die ich auf meiner Fahrt durch die Lausitz kennenlernen durfte, nicht erfreuen. Aber die Zahlen, die Limango in einem eigenen Blogpost nennt, sind keine Ausreißer mehr. Smartphone und Tablet werden zum bestimmenden Gadget im Leben der Konsumenten.

Ständig on, ständig abgelenkt

Der von Deloitte herausgegebene Report “2015 Global Mobile Consumer Survey” beweist, wie stark sich mobile Geräte inzwischen im Alltag der Kunden etabliert haben. 70 Prozent aller Befragten Personen besitzen inzwischen ein Smartphone, 51 Prozent ein Tablet und inzwischen auch schon 14 Prozent ein Wearable, also beispielsweise die Apple Watch. Fast 10 Prozent greifen gleich auf alle drei Geräte zu.

 

Die Kunden sind inzwischen gut ausgestattet
Die Kunden sind inzwischen gut ausgestattet

Und die Attraktivität des Smartphones geht zulasten anderer Aktivitäten.

  • 87 Prozent der Befragten nutzen das Gerät schon einmal während der Unterhaltung in der Familie,
  • ebenfalls 87 Prozent greifen während des Fernsehens zum digitalen Begleiter und
  • 92 Prozent setzen das Mobile während des Einkaufens ein.
Eingesetzt werden Mobiles beim Gespräch in der Familie, beim TV-Konsum, aber eben auch beim Einkaufen
Eingesetzt werden Mobiles beim Gespräch in der Familie, beim TV-Konsum, aber eben auch beim Einkaufen

Die kucken nicht nur, die kaufen auch

Die Smartphone-Nutzer schauen aber nicht nur, sondern kaufen auch. Gemäß des ECC-Konjunkturindex entfallen im Durchschnitt inzwischen 22 Prozent aller Bestellungen auf mobile Geräte. Und wie IBM in einer Big Data-Analyse vor geraumer Zeit herausgefunden hat, lag die Konversionrate von Tablet-Nutzern seinerzeit schon bei 1,16 Prozent.

Händler, die Mobile immer noch nicht in ihre Strategien aufgenommen haben, ist nicht mehr zu helfen.

Kundenerfahrung im Blick behalten und dort tanzen, wo die Kunden sind

Für Händler bedeuten die Veränderungen der Kundengewohnheiten in erster Linie, an der Nutzerfahrung des Online-Shops zu arbeiten. Der Shop muss auf Smartphone & Co gut bedienbar sein.

  • Alle Elemente müssen auch auf kleineren Displays nicht nur optisch ansprechend aussehen, sondern vor allen Dingen auch ohne Zoomen für den Nutzer antippbar bleiben.
  • Die Ladegeschwindigkeit ist enorm wichtig, denn nicht überall gibt es LTE.
  • Vor allen Dingen sollte der Bestellprozess reibungslos auch auf mobilen Geräten ablaufen. Das umfasst alle Stationen. Es kann auch hilfreich sein, Bezahlverfahren in den Fokus zu stellen, die besonders schnell und einfach auf mobilen Geräten funktionieren, wie Paypal.
  • Stationäre Händler müssen sich zusätzlich darum kümmern, dass ihr Angebot in der mobilen Suche von Google erscheint. Der Eintrag sollte zumindest die Basisinformationen enthalten, also die Lage (um Routenplanung möglich zu machen), Kontaktmöglichkeiten und Öffnungszeiten.

Die Einbindung von Produkten und Produktbildern für Händler bei Instagram oder Pinterest erschließt Potenziale
Die Einbindung von Produkten und Produktbildern für Händler bei Instagram oder Pinterest erschließt Potenziale
Es muss nicht gleich eine eigene App sein, aber hilfreich ist es auf jeden Fall, wenn Händler in Apps vertreten sind, die von den Kunden häufig verwendet werden:

  • Pinterest: Überlegen Sie, in diesem Netzwerk einen eigenen Account zu eröffnen. Eine ansprechende Fotografie von Produkten hat hier guten Chancen, weitergereicht zu werden. Ein von einem Nutzer “gepinntes” Bild erreicht im Durchschnitt 11 Re-Pins. In den USA machen immer mehr Unternehmen Gebrauch von den “Buy It”-Buttons, über die Nutzer dann gepinnte Artikel auch gleich kaufen können. Zumindest mit der visuellen Suche sollten sich Händler indes schon einmal beschäftigen, denn darüber werden ähnliche Produkte bzw. Motive identifiziert.
  • Instagram: Ist ebenfalls eine stark frequentierte Plattform, die sich mittels eigener Aktivitäten plus Anzeigen gut einsetzen lässt. Ob es Händlern nun gefällt, dass Kaufentscheidungen sich mit den Bemühungen der Plattformen weg vom Shop verlagern, spielt keine Rolle. Hier gilt die Maxime jedes Anglers. Dort zu sein, wo die Fische sind. Und die Buchung von Anzeigen auf Instagram ist nicht besonders schwierig.
  • Facebook: Mit seinen Canvas als Werbemittel bietet auch Facebook eine Sonderform, die perfekt auf mobilen Geräten eingesetzt werden kann. Wie bei den anderen beiden Netzwerken gilt aber auch hier, dass plumpe Display-Ads weniger Chancen haben. Es geht vielmehr darum, Lust auf die Produkte zu machen und das geht nur mit anspruchsvollen Fotos und einer ansprechenden Bildsprache.

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