Der Kampf um die besten Plätze bei Google wird hart und erbarmungslos geführt. Für Online-Händler macht sich jede Verschlechterung im Ranking sofort im Umsatz bemerkbar. Eine Position auf Seite 1 ist aber nicht alles. Das Angebot muss den Usern auch auffallen. Um das zu erreichen, gibt es ganz legale Mittel, um gegenüber Mitbewerbern zu punkten, die den Aufwand noch gescheut haben.



Rangiert das eigene Angebot in einer Top-Platzierung bei Google & Co bedeutet dies, dass die Spezialisten für die Suchmaschinenoptimierung einen guten Job gemacht haben. Da die Betreiber der Suchmaschinen kein Interesse daran haben, die Ergebnisse wie Litfaßsäulen aussehen zu lassen, erscheinen alle Treffer mehr oder weniger gleichberechtigt.
Der Besucher und damit potentielle Kunde sieht also:

•    den Namen der Seite bzw. des Dokuments
•    die URL der Seite
•    einen Auszug aus dem Seitentext

Diese Suchergebnisse lassen sich durch die Nutzung einiger spezieller Seitenelemente so aufwerten, dass die Informationen nicht nur strukturierter erscheinen. Die Änderung hat auch optische Auswirkungen, so dass der Eintrag auf der Ergebnisseite auffälliger aussieht.

Achtung Technik! Mit Schemas in Richtung verständliches Web


Jetzt wird es technisch.

Direkt im Quellcode der Seiten wird mit HTML-Mikrodata gearbeitet. Damit platzieren Sie direkt auf der Seite Informationen zu einer Information. Und diese Meta-Informationen sind maschinenlesbar.

Welche Meta-Infos Sie nutzen können und wie diese eingesetzt werden müssen, wird auf den Seiten von Schema.org definiert. Eine gemeinsame Initiative von Bing, Google und Yahoo. Der notwendige Code-Block in Quellcode der Seiten wird als Rich Snippet bezeichnet.

Eine einschränkende Bemerkung muss an dieser Stelle aber sein. Wer Rich Snippets einsetzt, erhält die Möglichkeit, auf den Ergebnisseiten aufzufallen. Ein Versprechen für einen besseren Platz sind sie aber nicht. Und eine Verpflichtung der Suchmaschinenbetreiber, wie Informationen hervorgehoben werden, gibt es auch noch nicht.

Mit diesen Infos fallen Sie auf


Google unterstützt bisher nur einen Bruchteil der auf Schema.org vorgestellten Informationen. Bei einem Teil der Codes führt der Einsatz jedoch zu einer optisch anderen Präsentation der Ergebnisse, wobei die Metainformation auch nützlich für den Kunden selbst ist.

•    Bewertungen: Mit den Snippets können Sie eine Gesamtbewertung eines Produkts ausliefern. Die Bewertung wird in Form der bekannten Sternchen direkt im Suchergebnis dargestellt. Aber Achtung: Die Bewertung kann nicht von den Suchmaschinen überprüft werden, was dazu verführt, möglichst allen Produkten eine hohe Bewertung mitzugeben. Das dürfte aber früher oder später auffliegen und sich damit negativ auswirken. Wie der Block aufgebaut wird, finden Sie unter www.schema.org/AggregateRating

•    Preisinformationen: Direkt auf der Ergebnisseite können Sie auch den Preis eines Produkts veröffentlich. Vorsichtigere Naturen mögen sich aber an die schier endlosen rechtlichen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit Preissuchmaschinen erinnern. Denn der Preis, der hier kommuniziert wird, muss und kann ja nicht der endgültige Preis sein, den der Kunde auch bezahlen muss. Hier sollten Sie also genau abwägen, ob der Nutzen das potentielle Risiko aufwiegt. www.schema.org/Offer

•    Verfügbarkeit: Sie wollen Angaben zur Verfügbarkeit des Artikels machen? Dann nutzen Sie die Option, Stückzahlen oder eine allgemeine Verfügbarkeit (“Auf Lager”) direkt zu publizieren.

•    Details zur Produktbeschreibung: Auch Details zum Produkt sind integrierbar. Einzelheiten sind unter www.schema.org/Product abzurufen.

•    BreadCrumbs: Wenn Sie bei Google ein Dokument gefunden haben, erscheint die Fundstelle üblicherweise auch noch einmal als URL im Klartext. Mit dem Snippet “Breadcrumb” liefern Sie dem Leser eine Hierarchie der Produktseite mit aus, was nicht nur viel auffälliger wirkt. Der Besucher erhält damit eine Orientierung darüber, wie Sie Ihr Warenangebot strukturieren. Da die Breadcrumbs üblicherweise klickbar bleiben, erhält der Betrachter eine zusätzliche Möglichkeit, sich direkt von der Ergebnisseite in Ihr Sortiment zu bewegen. Ein Breadcrumb sieht etwa so aus: “Tabet-Computer/Apple/iPad/Zubehör/Stromversorgung”. Gerade auch ideal für alle Systeme und Seiten, die ohne sprechende und einfache URLs auskommen müssen. www.schema.org/WebPage


Und auch wenn Sie keinen Shop betreiben, also nicht direkt Waren anbieten, kann sich die Beschäftigung mit den Snippets lohnen. Denn darunter befinden sich auch Informationen, die sich eher für stationäre Geschäfte eignen (z.B. Veröffentlichung der Öffnungszeiten).

So funktionieren die Rich Snippets


Die Snippets, also der Code mit den Metainformationen, müssen Sie in die Vorlagen-Dateien Ihres CMS oder Shops packen. Das macht zwar etwas Arbeit, im Gegenzug werden aber Hunderte, wenn nicht Tausende Seiten Ihrer Site aufgewertet und fallen eher auf.

Metadaten generieren - mit den richtigen Werkzeugen

Wenn Sie Ihre (Produkt-) Seiten mit Rich Snippets ergänzen wollen, können Sie dies online mit kostenlosen Editoren. Viel bequemer wird das natürlich durch Erweiterungen für die eingesetzte Software. Ob Wordpress oder Magento - für immer mehr CMS und Shops werden Plug-ins angeboten, mit deren Hilfe sich die Integration der Snippets weitestgehend automatisieren lässt.

Bevor Sie allerdings damit online gehen, prüfen Sie am besten, ob Ihre Informationen auch korrekt angezeigt und ausgewertet werden. Google bietet in seinen Google Webmaster Tools ein eigenes Structured Data Testing Tool, über das Sie HTML-Code und URLs prüfen können.