Nicht immer ist der Patient bei einem Online-Gesundheitsdienst in guten Händen. So warnen lediglich 2% der Anbieter den Internetnutzer vor Datenmissbrauch durch Dritte.

Nicht immer ist der Patient bei einem Online-Gesundheitsdienst in guten Händen. So warnen lediglich 2% der Anbieter den Internetnutzer vor Datenmissbrauch durch Dritte.

Das ermittelte die Mummert + Partner Unternehmensberatung im Rahmen ihrer E-Health-Studie.

Im sensiblen Feld der Gesundheitsfragen werden die Datensicherheit und der Verbraucherschutz sträflich vernachlässigt. Nicht einmal jeder zehnte Anbieter (9%) erklärt, die Daten der Internet-Patienten vertraulich zu behandeln. Von den 61 Krankenhäusern sicherte kein einziges Vertraulichkeit zu. Am besten schnitten noch die Pharmaunternehmen und kommerziellen Anbieter ab: Immerhin jeder sechste (16%) gibt an, mit den persönlichen Angaben diskret umzugehen.

Online-Gesundheitsanbieter schreiben auch die Datensicherheit nicht sonderlich groß: Gerade mal jeder fünfundzwanzigste Gesundheitsdienst (4%) erläutert dem Nutzer die Sicherheitsmassnahmen, die Vertraulichkeit und Datensicherheit gewährleisten sollen. Auf den hinteren Rängen in Sachen Sicherheit rangieren die Online-Angebote der Krankenhäuser und der staatlichen Stellen - keiner von ihnen informiert den Internetnutzer über eventuelle Vorkehrungen. Das beste Ergebnis erzielten hier die gesetzlichen sowie privaten Krankenversicherungen und die Selbsthilfeorganisationen, von denen durchschnittlich 7% auf Sicherheitsmassnahmen hinwiesen.

Insgesamt nehmen 15% der Online-Angebote Nutzerdaten auf und sammeln sie. Am emsigsten speichern die kommerziellen Anbieter und Pharmaunternehmen die Daten der Internetbesucher (32%). Auch hier klafft eine Verbraucherschutzlücke: Von allen Datensammlern holt nicht mal jeder Dritte (28%) die ausdrückliche Genehmigung des Internetnutzers ein oder macht kenntlich, wer die Daten archiviert.

Die Experten untersuchten 235 deutschsprachige Gesundheitsportale für Laien im Internet, die Hilfe bei chronischen Krankheiten wie etwa Asthma, Diabetes oder Brustkrebs anbieten. Darunter waren Internetseiten von Ärzte-Organisationen, Krankenhäusern, Krankenversicherungen, staatlichen Stellen, Selbsthilfegruppen sowie kommerziellen Gesundheitsanbietern und Pharmaunternehmen. (KC)

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