Wie wird sich der Online-Handel in den kommenden zehn Jahren entwickeln? Welche Technologien haben das Zeug dazu, dauerhaft den Handel über das Internet zu verändern? Werden Drohnen tatsächlich die Rolle übernehmen, die die aktuelle Berichterstattung ihnen derzeit zuschreibt. Die beiden Unternehmen Ovum und Criteo haben genau diese Fragestellung untersucht. Herausgekommen ist eine Übersicht der wichtigsten Trends, die den Handel bis zum Jahr 2026 prägen werden.

Der Report "The Future of E-Commerce: The Road to 2026" sieht unter anderem eine immer höhere Erwartungshaltung der Kunden mit einer stärkeren Fragmentierung des Kaufverhaltens auf die Händler zukommen.

Und das sind laut Studie die wichtigsten Entwicklungen:

  • Der Konsument der Zukunft ist anspruchsvoll, umweltbewusst und kennt den Wert seiner Daten: Der Kunde im Jahr 2026 erwartet ständige Verfügbarkeit, aktiven Service und eine nahtlose Einkaufserfahrung über alle Kanäle hinweg. Die Studie geht davon aus, dass das Shopping noch stärker als heute schon als Freizeitaktivität gesehen wird. Erfolgreich werden die Händler sein, die den Kunden ein Einkaufserlebnis mit Event-Charakter bieten. Und die Kundengeneration ist aufgeklärt und weiß um den Wert der eigenen Daten. Das erfordert dann Einfallsreichtum, um ihnen individuell angepasste und flexibel nutzbare Angebote zu machen. Das sich weiter ausprägende Umweltbewusstsein führt stärker in Richtung "Sharing Economy" und damit kollaborativen Konsum. Entsprechende Geschäftsmodelle werden also begünstigt sein.
  • Eine brezelförmige Customer Journey: Im Jahr 2026 ähnelt das Kaufverhalten der Kunden einer verschlungenen Brezel, die sich ständig neu formt. Der Grund dafür ist die große Zahl an vernetzten Endgeräten wie Smartphones und Wearables, über die Kunden im Jahr 2026 recherchieren, vergleichen und einkaufen. Händler, die hier noch durchblicken wollen, werden also technologisch aufrüsten müssen, um die Bewegungen der Kunden durch das Angebot und deren Kontaktpunkte analysieren zu können.
  • Offline wird zu online wird zu offline: Trotz aller (vorschnell) geläuteter Totenglöckchen wird der stationäre Handel auch im Jahr 2026 eine wichtige Rolle spielen, allerdings in veränderter Form. Händler, die erfolgreich bleiben wollen, werden nicht um das Netz herumkommen. Gleichzeitig entdecken die Online-Händler das stationäre Geschäft: Modelle wie Pop-Up-Stores, Showrooms und Konzeptläden werden 2026 allgegenwärtig sein, auch Partnerschaften und hybride „Click-and-Collect“-Modelle verwischen die Grenzen zwischen Online und Offline.
  • Die Logistik wird zur Front im Kampf um Wettbewerbsfähigkeit: Erfolgreich bleibt, wer es schafft, seine Produkte schnell und kosteneffizient zum Kunden zu bringen – und dafür neue Wege findet. Allerdings lässt die Studie den Schluss zu, dass Lieferdrohnen und selbstfahrende Zustellautos aus Sicherheitsgründen auch im Jahr 2026 weitgehend keine Rolle spielen werden. In der Logistik wird das Fortbestehen vieler Online-Händler dennoch entschieden: Die schnelle Lieferung innerhalb von Stunden wird zur Norm und neue Modelle wie Paketboxen oder „Click-and-Collect“-Vereinbarungen setzen sich durch.
  • Vom E-Commerce zum M-Commerce: Die mobilen Endgeräte werden sich im Jahr 2026 klar als wichtigste Plattform für die Interaktion mit dem Konsumenten durchgesetzt haben. Von der Kundenansprache über die Bezahlung bis hin zu Kundenkarten und Rabattprogrammen wird der gesamte Kaufprozess über immer leistungsstärkere Smartphones mobil möglich sein. Händler, die den Kunden diese Mobilität ermöglichen, werden also erfolgreich sein.
  • 3-D Drucker bleiben Nischentechnologie: Eine Reihe technologischer Innovationen werden den Handel entscheidend verändern, darunter vernetzte Geräte aller Art. Die Kommunikation zwischen Maschinen, beispielsweise zwischen Sensoren in Regal und Lager, bringt neue Geschäftsmodelle hervor und macht den Handel insgesamt effizienter und effektiver. „Augmented Reality“-Anwendungen ermöglichen sowohl im Online- als auch im stationären Handel ein spannenderes Einkaufserlebnis. 3-D Drucker sind laut Studie hingegen überbewertet: Ihr Mehrwert liegt in der Produktion hochpersonalisierter Güter. Im täglichen Hausgebrauch werden sie jedoch auch 2026 keine besondere Rolle spielen.

Der vollständige, englischsprachige Report kann als PDF heruntergeladen werden.