Nur 1% ihres Umsatzes erwirtschaftet die deutsche Tourismusindustrie im Internet. Dabei können sowohl Anbieter als auch Kunden mit Online-Buchungen Zeit und Geld sparen. Stiftung Warentest hat 13 Online-Anbieter für Pauschal- und Last-Minute-Reisen untersucht. Fazit: Reiseportale sind besser als ihr Ruf.

Nur 1% ihres Umsatzes erwirtschaftet die deutsche Tourismusindustrie im Internet. Dabei können sowohl Anbieter als auch Kunden mit Online-Buchungen Zeit und Geld sparen. Stiftung Warentest hat 13 Online-Anbieter für Pauschal- und Last-Minute-Reisen untersucht. Fazit: Reiseportale sind besser als ihr Ruf.

Sieger im Online-Test sind die Last-Minute-Anbieter ltur.de, buybye.de und lastminute.de. Die Buchungen funktionieren gut, bezahlt wird per Rechnung oder Bankeinzug. Eine Ausnahme bildet lastminute.de: Hier ist eine Kreditkarte Pflicht. Da die persönlichen Daten von lastminute.de telefonisch abgefragt werden, entstehen dadurch allerdings keine Sicherheitsprobleme. Auch die Informationen zur Reise sind ohne Tadel. Besonders gelobt wird die Website von ltur. Der Last-Minute-Anbieter informiert über alle wichtigen Flugdaten wie Abflugzeit, Ankunftszeit und Airline. Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigen viele andere Online-Anbieter: Hier erfährt der Kunde Flugzeiten und Fluggesellschaft erst nach der Buchung.

Laut Stiftung Warentest enttäuschen dagegen die großen Reiseveranstalter its, Tui und Neckermann. Viele Mausklicks und viele Eingaben verbauen den Weg in die Ferien. Nur geduldige Surfer werden mit Reiseangeboten und Preisangaben belohnt. Hinzu kommt, dass bei diesen Anbietern die Reisen keinen Cent billiger sind als im Reisebüro. Dabei, so gibt Stiftung Warentest zu bedenken, spart der Veranstalter die Provision. Die Direktbuchung im Internet könnte nach Schätzung der Tester etwa 25% billiger sein. Einen Preisnachlass in dieser Höhe gewähren allerdings auch die oben genannten Last-Minute-Anbieter nicht.

Während die Buchung bei vielen Online-Anbietern gut funktioniert, entstehen bei einer Stornierung des öfteren Probleme. So erstatteten neckermann-reisen.de und travelchannel.de Zahlungen erst viele Wochen später, als Stiftung Warentest mahnte. Hinzu kommen die ohnehin hohen Stornokosten: Viele Anbieter kassieren über 50% des Reisepreises, wenn der Kunde die Reise ein bis zwei Wochen vor Abflug storniert. Besonders negativ fallen hier Ltur.de und buybye.de auf. Die beiden Anbieter behalten bei kurzfristigen Absagen die gesamten Reisekosten ein. Bei Buchungen im Reisebüro werden allerdings ähnliche Ausfallkosten berechnet.

Als besonderen Vorteil von Online-Reiseangeboten nennt Stiftung Warentest den bequemen Zugriff auf Reiseinformationen rund um die Uhr. Dies gilt allerdings nur für die Planung. In der Nacht sind meist keine Buchungen möglich, da zwischen 23 und 6 Uhr viele Online-Systeme gewartet und neue Daten eingespeist werden. (ST)


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