Er habe alle diesjährigen Weihnachtsgeschenke innerhalb einer Dreiviertelstunde online eingekauft, erzählte mir ein Freund kürzlich, alles in einem Rutsch. Da kommt Neid auf: Gut organisiert der Mann, weiß, was er will, und zack, "jetzt kaufen", das war's. Aber vielleicht ist er auch einfach einer von den Gutschein-Käufern, die es sich, naja, ziemlich einfach machen. Es gibt immer mehr davon, wie das Marktforschungsinstitut Aris im Auftrag des BITKOM ermittelt hat: 22 Prozent der Bundesbürger wollen laut der repräsentativen Umfrage unter 1010 Befragten in diesem Jahr Gutscheine für Shops oder Services im Internet verschenken - im vergangenen Jahr waren es erst 12 Prozent, vor zwei Jahren 10 Prozent. Das ist ein schnelles Wachstum, das sich vor allem des vergrößerten Angebots, aber auch der gestiegenen Akzeptanz von Online-Gutscheinen verdanken dürfte. 

E-Commerce-Händler sind also gut beraten, Gutschein-Systeme zu entwickeln, diese gut sichtbar auf den Seiten zu integrieren und vor allem: attraktiv zu gestalten. Denn auch bei Online-Gutscheinen gilt die alte Regel aus der Offline-Welt: Eine attraktive Optik sollte die Tatsache ausgleichen, dass ein solches Geschenke kein Ausbund an Kreativität ist. Aber nach wie vor lassen viele Händler diese Chance vorbeirauschen. 

Die Aris/BITKOM-Studie hat übrigens erfasst, welche Geschenke im Bereich der digitalen Medien in diesem Jahr am beliebtesten sein werden. An der Spitze liegen Computer- und Videospiele, die 27 Prozent aller Bundesbürger verschenken wollen. Auf Platz 2 des Rankings folgen Guthaben für Prepaid-Karten von Handys oder Smartphones, die jeder Vierte als Geschenk plant. Vor allem Eltern oder nahe Verwandte greifen zu dieser Lösung. Und immerhin 22 Prozent wollen Filme oder Serien auf DVD oder Blu-ray auf den Gabentisch legen. An Bedeutung verliert die Musik-CD als Weihnachtsgeschenk mit 21 Prozent. Sie führte vor zwei Jahren noch mit 26 Prozent das Ranking an.