Wer einen Onlineshop betreibt, der leidet nach wie vor unter wilder Abmahnerei. Vor allem das Widerrufsrecht bereitet den Händlern große Sorge. Dabei gibt es Hilfe vom Staat.

39 Prozent der Abmahnungen drehen sich ums Widerrufsrecht, hat Trusted Shops in einer Erhebung unter 1.089 Shop-Betreibern ermittelt. Mit großem Abstand folgen Abmahngründe wie Markenrechtsverletzungen (11,8 Prozent) und Urheberrechtsverletzungen (8,8 Prozent). Trusted Shops ist europäischer Marktführer für die Zertifizierung von Onlineshops.

Nach eigenen Angaben tragen derzeit 4.700 Geschäfte das Gütesiegel des Kölner Unternehmens.

Ulrich Hafenbradl, Geschäftsführer von Trusted Shops, verweist auf eine Musterwiderrufsbelehrung des Bundesjustizministeriums, mit der sich Shop-Betreiber wirksam gegen Abmahnungen schützen könnten. "Es ist kein Fall bekannt, in dem dieses Muster je erfolgreich abgemahnt worden ist."

Große Massenabmahner vom Markt verschwunden

Insgesamt ist die Menge der Abmahnungen gegen Onlinshops leicht rückläufig, ist das Ergebnis der Erhebung. Die Zahl der durchschnittlichen Fälle pro Shop ist seit Januar 2007 von 2,1 auf 1,6 gesunken. Dieses Ergebnis führt Trusted Shop darauf zurück, dass große Massenabmahner vom Markt verschwunden sind. Diese waren bisher für 39 Prozent alle Abmahnfälle verantwortlich.

Der finanzielle Schaden für die Shops ist trotzdem weiterhin erheblich, betont Trusted Shops. In über der Hälfte der Abmahnfälle mussten die Geschäfte jeweils 1.500 Euro Strafe zahlen - in einigen Fällen sogar 25.000 Euro und mehr. 46 Prozent der Unternehmer sehen sich durch Abmahnungen in ihrer Existenz bedroht.

Es überrascht daher nicht, wenn laut 74 Prozent der befragten Händler eine gesetzliche Limitierung der Abmahnkosten befürworten. 68 Prozent glauben, dass vereinfachte Gesetze dazu beitragen würden, unbeabsichtige Verstöße zu vermeiden.