Die Versand- und Onlinehändler freuen sich über einen guten Jahresauftakt. Die Warengruppe "Bücher, Bild- und Tonträger" verdoppelt im 1. Quartal 2013 sogar den Umsatz.

Im ersten Quartal 2013 freuten sich die deutschen Online- und Versandhändler über einen Umsatz von 10,684 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 19,4 Prozent im Vergleich zum Zeitraum des Vorjahres, meldet der Bundesverband des deutschen Versandhandels (bvh). Der E-Commerce-Anteil stieg dabei noch einmal kräftig: Er betrug demnach 81,5 Prozent; im 1. Quartal 2012 lag er noch bei 70,8 Prozent.

"Die kontinuierlich hohe Wachstumsrate des E-Commerce in Deutschland ist bemerkenswert", kommentiert Nicolo Viegener, Country Manager D-A-CH von ChannelAdvisor, einem der beiden neuen Partner des bvh bei der Verbraucherstudie "Interaktiver Handel in Deutschland". Eine Steigerungsrate von mehr als 35 Prozent in 15 Monaten zeige anschaulich, dass der Onlinehandel der Vertikalen blüht.

Besonders in der älteren Zielgruppe der über 60-Jährigen ist demnach ein Zuwachs im E-Commerce zu konstatieren: Der Onlineanteil an den Bestellungen ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozentpunkte gestiegen. "Dies betrifft auch und insbesondere den Anteil an Bestellungen über mobile Geräte und Apps", so Viegener. "Es scheint, als wären die anfänglichen Barrieren, den Onlinehandel zu nutzen, abgebaut." Da sich "internetfernere" Zielgruppen dem E-Commerce öffneten, sei mit weiterem Wachstum in der kommenden Zeit zu rechnen. 

Bücher, Bild- und Tonträger verdoppeln Umsatz

Die umsatzstärkste Warengruppe ist mit einem Volumen von mit 3,281 Milliarden Euro auch im ersten Quartal 2013 wieder "Bekleidung / Textilien / Schuhe"; im Vergleich zum Vorjahreszeitraum beträgt das Plus 2,5 Prozent. Es folgen "Bücher, Bild- und Tonträger" mit einem Umsatz von 1,989 Milliarden Euro – das entspricht einem Plus von 121 Prozent und ist somit eine gute Verdoppelung.

Der Umsatz in der Warengruppe "Unterhaltungselektronik/Elektronikartikel" ging hingegen im Vergleich zum ersten Quartal 2012 um 7 Prozent auf 939 Millionen zurück. "Haushaltsgeräte / Haushaltswaren & Kleinartikel"  legten um  47,6 Prozent auf 664 Millionen Euro zu, wohingegen "Hobby, Sammel- und Freizeitartikel" mit einem Umsatzvolumen von 390 Millionen Euro Federn lassen mussten: Das Minus beträgt 31,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum.

Weiterhin große Umsatzsteigerungen im Vergleich zum 1. Quartal 2012 legte der Studie zufolge die Warengruppen Tierbedarf hin (200 Millionen Euro), wie auch Spielwaren (309 Millionen Euro) und Drogerieartikel, Kosmetik und Parfum (305 Millionen Euro).

Neues Studien-Design

Mit Beginn dieses Jahres hat der bvh mit der GIM-Gesellschaft für innovative Marktforschung und dem E-Commerce-Experten ChannelAdvisor zwei neue Partner für die ganzjährig laufende Verbraucherstudie "Interaktiver Handel in Deutschland" gewonnen. Zudem seien auch das Studiendesign, die Stichprobe und die Erhebungsmethodik weiter verfeinert worden, um noch aussagekräftiger für die Branche zu sein. Nun werden 40.000 Verbraucher zu ihrem Kaufverhalten im Online- und Versandhandel befragt. Bisher lag die Stichprobe bei 30.000 Verbrauchern. Zudem werden seit diesem Jahr 20.000 Verbraucher telefonisch und 20.000 Verbraucher online befragt. Bisher wurde nur telefonisch befragt.

Seit Januar dieses Jahres finde darüber hinaus eine genauere Differenzierung der Verkaufskanäle des Interaktiven Handels statt. "Der bvh hat in seiner großen Verbraucherstudie einige Details geschärft, um zukünftig einen noch präziseren Überblick über die Branchenentwicklung zu erhalten", erläutert Christoph Wenk-Fischer, bvh-Hauptgeschäftsführer.