Die zweistelligen Wachstumsraten sind im Distanzhandel erst mal vorbei, meldet der Branchenverband. Die Trends im Web sind weiterhin Mode, Mobile und Multichannel.

Im deutschen Distanzhandel wurden 2014 rund 60 Milliarden Euro umgesetzt. Das heißt, dass Konsumenten Waren im Wert von gut 49 Milliarden Euro bestellten sowie Dienstleistungen im Wert von knapp 11 Milliarden Euro, so das Ergebnis der Studie "Interaktiver Handel in Deutschland" des Bundesverbandes E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH).

Wenig überraschend lief ein Großteil der Bestellungen übers Internet, und Mode ist dabei weiterhin das mit Abstand beliebteste Produkt. Und auch sonst gibt es - bis auf die nackten Zahlen und die abgeschwächten Wachstumsraten der Wunderbranche - wenige Neuigkeiten: Einkaufen über das Smartphone gewinnt immer weiter an Bedeutung, und bisher kleinere Warengruppen im Web, wie Möbel und Dekoration, werden zunehmend wichtiger. Die Zahlen zu frühren Jahren inklusive 2013 sind allerdings nur bedingt vergleichbar, weil es bei der Erhebung methodische Korrekturen und geänderte Zählweisen gab.

85 Prozent Umsatzanteil entfällt auf das Online-Segment

Von den insgesamt 49,1 Milliarden Euro (2013: 48,3 Milliarden Euro), die im vergangenen Jahr mit Waren im Online- und klassischen Versandhandel umgesetzt wurden, entfielen 41,9 Milliarden Euro auf den E-Commerce, der somit einen Anteil von gut 85 Prozent am Gesamtumsatz ausmacht. 2013 lag dieser Wert noch bei 81 Prozent. 

Dem BEVH zufolge wuchs der Onlinehandel mit Waren im Jahr 2014 um 7 Prozent, was über dem Wachstum des gesamten Einzelhandels liegt, den der Handelsverband HDE für 2014 auf 1,8 Prozent beziffert. Für digitale Güter und Dienstleistungen wie beispielsweise Reise- und Ticketbuchungen sowie Downloads gaben die Konsumenten knapp 11 Milliarden Euro aus.

Mode und dann lange nichts

Die mit Abstand beliebteste Warengruppe beim Einkauf im Versandhandel war auch 2014 wieder Bekleidung mit einem Umsatz von 11,9 Milliarden Euro. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Unterhaltungselektronik (5 Milliarden Euro) und Bücher (4,1 Milliarden Euro). Gleichzeitig konnten dem BEVH zufolge Branchen wie Möbel & Dekorationsartikel mit einem Gesamtvolumen von 2,5 Milliarden Euro "deutliche Umsatzsteigerungen verzeichnen und offenbar immer breitere Konsumentenschichten überzeugen", so der Verband.
 
Der Trend geht der Studie zufolge weiterhin zu Multichannel und Mobile Commerce: Wenig überraschend kaufen vor allem jüngere Käufergruppen, von denen sich viele ein Leben ohne Handy nicht vorstellen können, zunehmend über das Smartphone ein. Auch der Kauf von Verbrauchsgütern wie Lebensmitteln via Internet etabliert sich laut Studie derzeit hauptsächlich bei den 14- bis 39-Jährigen. Bei den "Versendertypen" sind Multichannelhändler, die den Kunden auf mehreren Kanälen ansprechen und erreichen, dem Verband zufolge die klaren Gewinner.

Die Onlinemarktplätze, über die traditionell mehr als die Hälfte des Umsatzes mit Waren läuft, mussten dem Verband zufolge einen Umsatzrückgang verbuchen. Allerdings geht aus der Meldung nicht hervor, in welcher Höhe.
 

Optimistischer Blick auf 2015

Auch wenn das Wachstum im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren mit 7 Prozent "erkennbar gebremst" war - die Umsatzsteigerung bei Waren betrug von 2012 auf 2013 knapp 23 Prozent -, geht der BEVH für 2015 von einer erneuten Steigerung aus.

Für den gesamten Interaktiven Handel prognostiziert der BEVH ein Plus von 5 Prozent auf 51,6 Milliarden Euro und für den E-Commerce von 12 Prozent auf 46,9 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Allein von 2012 zu 2013 hatte der Verband im E-Commerce-Bereich eine Umsatzsteigerung auf 39,1 Milliarden Euro gemessen, das entspricht einem prozentualen Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 41,7 Prozent.