PayPal sieht im grenzüberschreitenden Onlinehandel einen Zukunftsmarkt und ließ das Einkaufsverhalten und die Einstellung der Käufer untersuchen - und gibt einen Einblick in die Ergebnisse.

Der Onlinehandel über Landesgrenzen hinweg spielt für PayPal eine entscheidende Rolle und wird nach Ansicht der eBay-Tochter in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Der Zahlungdienstleister beauftragte daher das Marktforschungsinstitut Nielsen mit einer Umfrage, um sich ein Bild von den Shoppingtouristen zu verschaffen.

"Grenzüberschreitendes Online-Shopping hat enormes Potenzial für die Verbraucher, da sie direkt von Händlern auf der ganzen Welt kaufen können", sagt David Marcus, CEO von PayPal, anlässlich der Vorstellung der Studie "Moderne Gewürzstraßen: Die kulturelle Bedeutung des grenzüberschreitenden Handels".

Der Report zeigt das grenzüberschreitende Shoppingverhalten in den für PayPal bedeutungsvollsten Märkten: die USA, Großbritannien, Australien, chinesisches Festland, Brasilien und Deutschland.

Verdopplung des grenzüberschreitenden Umsatzes bis 2018

Laut Nielsen wird der grenzüberschreitende Handel in den sechs beobachteten Märkten in diesem Jahr Waren im Wert von 80 Milliarden Euro bewegen. 94 Millionen Konsumenten werden danach regelmäßig im digitalen Ausland einkaufen. 

Im Jahr 2018 sollen diese Zahlen um 200 Prozent auf eine Summe von 234 Millionen Euro steigen, die von 130 Millionen Käufern in Umlauf erlöst werden. Die beliebtesten ausländischen Onlineshopping-Destinationen der Käufer sind die USA (45 Prozent), Großbritannien (37 Prozent), chinesisches Festland (26 Prozent), Hongkong (25 Prozent), Kanada (18 Prozent), Australien (16 Prozent) und Deutschland (14 Prozent).

Die Studiendaten für den deutschen Markt

Für den deutschen Markt wurden Aktivität und Verhalten von mehr als 1.000 Konsumenten analysiert, die in den vergangenen 12 Monaten über ausländische Websites online eingekauft hatten.

Auf dem deutschen Onlineshopping-Markt geben im Jahr 2013 geschätzt 14,1 Millionen Verbraucher 7,6 Milliarden Euro auf ausländischen Websites aus, was 8 Prozent des gesamten Online-Shoppings dieses Jahres ausmacht.

Im Mobilbereich zählt der deutsche Shopping-Markt 5,7 Millionen Verbraucher, die im Jahr 2013 über ihre mobilen Geräte (Smartphones und Tablets) schätzungsweise 1,8 Milliarden Euro auf ausländischen Websites ausgeben, so die Marktforscher.

Die beliebtesten ausländischen Onlineshopping-Destinationen der deutschen Käufer in den vergangenen 12 Monaten waren die Vereinigten Staaten (48 Prozent), Großbritannien (46 Prozent), Österreich (33 Prozent), chinesisches Festland (17 Prozent), die Niederlande (16 Prozent), Hongkong (15 Prozent) und Frankreich (14 Prozent).

Die fünf wichtigsten Bereiche des deutschen grenzüberschreitenden Einkaufs der vergangenen 12 Monate sind: Kleidung, Schuhe und Accessoires (991.000 Euro), Heimelektronik (497.000 Euro), Gesundheits- und Beautyprodukte (472.000 Euro); Elektronik (403.000 Euro) und Flugtickets (398.000 Euro).

Größeres Angebot und günstigere Preis als Motivation

Der deutsche grenzüberschreitende Online-Shopping-Markt wird bis 2018 um 45 Prozent auf 11 Milliarden Euro ansteigen. Die Zahl der bei ausländischen Händlern online einkaufenden Verbraucher wird 15,8 Millionen erreichen, prognostiziert Nielsen.

Im Mobilbereich soll der deutsche grenzüberschreitende Shopping-Markt danach bis 2018 um 50 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro ansteigen, wobei die Zahl der über Mobilgeräte (Smartphones und Tablets) auf ausländischen Websites einkaufenden Verbraucher 6,4 Millionen erreichen wird.
  
Die wichtigsten Gründe für den Online-Kauf von Produkten ausländischer Händler sind "größere Vielfalt, die man vor Ort nicht findet" (78 Prozent), "Online-Kauf, um Geld zu sparen" (75 Prozent), und "um Dinge zu einem günstigeren Preis zu erhalten" (75 Prozent). Der deutsche Käufer ist nicht nur auf den Preisnachlass eines ausländischen Online-Händlers aus, sondern sucht auch nach qualitativ hochwertigen, authentischen und besonderen Produkten.

Sechs von zehn deutschen Online-Käufern (63 Prozent) geben die Angst vor Identitätsdiebstahl und Betrug als wichtigstes Hemmnis gegen eine Online-Auslandstransaktion an.