Der Rüsselsheimer Autobauer Opel will sein SUV-Angebot deutlich ausbauen und damit noch mehr vom anhaltenden Trend profitieren. Der überarbeitete Mokka macht den Anfang.

"Wir sind ein bisschen spät draufgekommen", lächelt Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, "aber jetzt haben wir erkannt, dass das SUV-Segment boomt". Und ganz so tatenlos war der Automobilhersteller aus Rüsselsheim in der jüngeren Vergangenheit auch nicht. Mit 600.000 verkauften Exemplaren in nur drei Jahren trug der kompakte Geländewagen Mokka schließlich maßgeblich dazu bei, dass es dem noch vor gar nicht allzu langer Zeit von Insolvenz und Verkauf bedrohten Traditionsunternehmen nun wieder spürbar besser geht.

Und fast noch wichtiger: Neben dem pfiffigen Stadtflitzer Adam und der aufwendigen Werbekampagne (Skogan: "Umparken im Kopf"), trug der kleine Kraxler aus Korea entscheidend zur Verbesserung der Markenimagewerte bei.

Verdreifachung der Verkaufszahlen im Segment

Deutschland-Vertriebschef Jürgen Keller registriert für die Fahrzeuggattung mit Mokka und Co. jedenfalls eine Verdreifachung der Verkaufszahlen seit 2012 und sieht einen anhaltenden Trend. Fast selbstredend, dass die sogenannten Sport Utility Vehicles auch bei Opel in den Mittelpunkt der aktuell laufenden Produktoffensive mit 29 neuen Modellen und Modellvarianten rücken.

Auch mit einem "großen SUV" wollen die Rüsselsheimer laut Neumann schon bald wieder im Reigen der prestigeträchtigen Fahrzeuge mitmischen. Ein "X" als Namenszusatz soll der Kundschaft dabei künftig signalisieren: Hier kommt ein SUV mit Blitz im Markenlogo. Binnen kurzer Zeit wollen die Hessen gleich eine ganze Reihe an "X"-Produkten auf die Räder stellen.

"Interieur auf Astra-Niveau"

Den Anfang macht ab dem 24. September der überarbeitete Mokka. "Den haben wir jetzt auf das technische Niveau unseres Astra gebracht", sagt Neumann mit Blick auf das überarbeitete Interieur und betont ebenso wie seine Gefolgschaft gewissenhaft und gebetsmühlenartig die neue Bezeichnung: "Mokka X".

Vorbei sind nun auch bei der Leihgabe der asiatischen Konzernschwestermarke Chevrolet, die für Europa allerdings längst zum überwiegenden Teil im Opel-Werk im spanischen Saragossa produziert wird, die Zeiten der ungezählten Knöpfe und Tasten auf der Mittelkonsole. Die meisten Funktionen des Mokka lassen sich jetzt über einen berührungsempfindlichen Bildschirm steuern.

Persönlicher Ansprechpartner steht zur Verfügung

Natürlich sind Smartphones von Apple und anderen Anbietern in das System integrierbar und selbstverständlich steht auch Opels ganzer Stolz, der Onlinedienst "Onstar", zur Verfügung. Der hält rund um die Uhr einen auf Knopfdruck erreichbaren, persönlichen Ansprechpartner bereit, ruft bei einem Unfall automatisch Hilfe, oder gibt auf Wunsch die Route zum angefragten Ziel direkt in das Navigationssystem ein.

Dazu spendieren die Hessen ihrem Publikumsliebling Voll-LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten sowie optional neue Lederpolster.

Unveränderter Basispreis: 18.990 Euro

Geblieben ist, laut Opel, der Basispreis von 18.990 Euro. Die empfehlenswerten, weil tatsächlich angenehm leise arbeitenden 1,6-Liter-Diesel starten allerdings erst bei 24.540 Euro (81 kW/110 PS). Allradantrieb oder Automatikgetriebe können für die stärkere Variante mit 100 kW/136 PS zusätzlich geordert werden. In Kombination mit dem neuen 1,4-Liter-Benziner (112 kW/152 PS) sind beide Features erstmals in diesem Fahrzeug auch kombinierbar.

Und trotz höchst überschaubarer Verkaufsanteile (ein Prozent am Modellmix) hält der Hersteller weiter an seinem LPG-Angebot fest. Die alternative Autogasvariante (103 kW/140 PS) steht ab 24.575 Euro in der Preisliste.

Bernd Nusser