Im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge will Opel künftig stärker mitmischen. Die Rüsselsheimer optimieren ihre Produkte und legen zwei neue Businesspakete auf.

Am 1. März übernahm Karl-Thomas Neumann den Vorstandsvorsitz der Adam Opel AG. Seither ist es nicht stiller, aber merklich ruhiger um die Rüsselsheimer geworden. Die beinahe täglichen Krisenmeldungen sind Nachrichten über Erfolge bei der Produktqualität und der Kundenzufriedenheit gewichen. Jetzt entdeckt der Hersteller auch das Nutzfahrzeuggeschäft wieder.

Mit Neuerungen in den drei Baureihen Movano, Vivaro und Combo wollen die Hessen den Marktanteil in Deutschland von derzeit lediglich 3,75 Prozent steigern „und verstärkt als Marke in diesem Segment wahrgenommen werden“, wie Opel-Marketingmanager Lars Steinweg im Gespräch mit Der Handel erklärt.

Movano mit Allradantrieb, Combo mit Hochdach

So ist der Movano in der 3,5-Tonnen-Klasse künftig mit Allradantrieb und Start/Stopp-Funktion zu haben, der Kastenwagen Vivaro fährt als Sondermodell „Color Line Edition“ vor und der kompakte Combo steht nun auch als Hochdachvariante mit 5,4 Kubikmeter Stauraum zur Wahl.

Selbst entwickelte Modelle sind zwar auf absehbare Zeit nicht zu erwarten, in die Zusammenarbeit mit Renault bei den Baureihen Movano und Vivaro habe man aber bereits Opel-Knowhow eingebracht und sich auch an den Entwicklungskosten beteiligt. Der Stadtlieferwagen Combo wird indes weiterhin bei Fiat eingekauft und lediglich mit dem eigenen Firmenlogo versehen.

Kooperationen mit Renault und Fiat

„Die Kooperationen laufen sehr gut und ein Wechsel im Laufe des bestehenden Modellzyklus ist nicht geplant“, erläutert Steinweg mit Blick auf die neue strategische Partnerschaft mit dem französischen PSA-Konzern. Hier werden zunächst nur im Pkw-Bereich gemeinsame Projekte auf den Weg gebracht.

Der ohnehin intensive Austausch der Hersteller bei der Entwicklung und Produktion von leichten Nutzfahrzeugen und damit einhergehend der faktische technische Gleichstand, zwingt den Vertrieb, vor allem aber den Handel, zu kreativen Lösungen, um sich im Wettbewerb zu positionieren. Opel-Händler, die auch die Transporter-Palette anbieten wollen, müssen speziell geschulte Berater und Techniker im Team einsetzen, den Service auch ohne vorhergehende Anmeldung erledigen und Ersatzfahrzeuge zur Verfügung halten.

Fünf-Jahres-Garantie als Option

Zudem schnürt die Marke mit dem Blitz neue Businesspakete. Ab Ende des Jahres können Kunden mit kleineren Flotten (bis 25 Fahrzeuge) eine Fünf-Jahres-Garantie (bis 160.000 Kilometer Laufleistung), inklusive Inspektions- und Pannenservice erwerben. Für größere Flotten steht ab Mitte 2014 auch noch ein „Rund-um-die-Uhr-Service“ zur Wahl. Die Preise für diese Leistungen seien derzeit allerdings noch „in der finalen Abstimmung“, so Lars Steinweg.

Auch spezielle Branchenlösungen können die Opel-Händler anbieten. Zu den zertifizierten Umbauten, die Spezialisten übernehmen, zählen unter anderem Aufbewahrungs- und Regalsysteme für die Kastenwagen, Kühl- und Isotherm-Aufbauten für den hygienischen Transport von Lebensmitteln entsprechend den jeweiligen EU-Verordnungen sowie weitere Sonderausbauten.

Bernd Nusser