Die Zeiten des Bastlerstatus sind vorbei. Nicht zuletzt die Linux World Conference & Expo in Frankfurt hat gezeigt, dass Open Source-Lösungen inzwischen offiziell von der Wirtschaft als Alternative akzeptiert werden. Auch die Anwender zeigen sich interessiert. Oder sind das derzeit nur Lippenbekenntnisse?

Die Zeiten des Bastlerstatus sind vorbei. Nicht zuletzt die Linux World Conference & Expo in Frankfurt hat gezeigt, dass Open Source-Lösungen inzwischen offiziell von der Wirtschaft als Alternative akzeptiert werden. Auch die Anwender zeigen sich interessiert. Oder sind das derzeit nur Lippenbekenntnisse?

Marcel Nebel, Director Pre-Sales bei Novell und Cambridge Technology Partners, wirft einen Blick auf das Potenzial von Open Source: Die Bewegung um Open Source hat einen bemerkenswert Weg hinter sich: von Tüftler-Entwicklungen bis hin zur breiten Unterstützung durch Soft- und Hardwareunternehmen. Auch die anfängliche Skepsis der Anwenderunternehmen wandelt sich langsam aber sicher in Zustimmung. Laut einer Studie von Berlecon Research (www.berlecon.de) zählen hohe Stabilität und Schutz gegen unberechtigten Zugriff zu den wichtigsten Gründen, weshalb sich Unternehmen für den Einsatz von Open Source Software entscheiden oder entscheiden werden. Wichtige Pluspunkte sind zudem die Unabhängigkeit von einzelnen Herstellern und die hohe Interoperabilität aufgrund offener Standards. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist natürlich außerdem der Aspekt der direkten Kosteneinsparungen durch den Wegfall von Lizenzgebühren von hoher Bedeutung. Ganz umsonst ist der Spaß allerdings auch wieder nicht: Installation und kundenspezifische Anpassung schlagen natürlich auch bei Open Source-Lösungen zu Buche.

Der Wille ist auf Seiten der Anwender also durchaus vorhanden - die Vorteile sprechen schließlich für sich. Es finden sich allerdings derzeit nur wenige Statistiken, die den tatsächlichen Einsatz belegen. Eine Umfrage der Schweizer Niederlassung von Cambridge zeigt aber, dass 75 Prozent der 55 befragten Schweizer Unternehmen und Institutionen bereits Open Source-Komponenten einsetzen oder den Einsatz konkret planen. Sie erwarten Herstellerunabhängigkeit und erhoffen sich Kosteneinsparungen. Betriebssysteme (z.B. Linux), Internet-Server (z.B. Apache) und Entwicklungstools (z.B. Eclipse) zählen zu den meistgewählten Favoriten. Als größte IT-Herausforderungen nennen die befragten Entscheider Kostendruck (85 Prozent) und Sicherheitsaspekte (79 Prozent) - eine Entscheidung für Open Source ist damit quasi vorprogrammiert.

Qualität und Sicherheit von Open Source-Lösungen werden in der Schweizer Befragung überwiegend als gut erachtet, drei Viertel der Unternehmen und Behörden halten Open Source-Software sogar für mindestens ebenso sicher wie kommerzielle Produkte. Je nach Sichtweise wird die Verfügbarkeit von Dienstleistungen und externem Support beurteilt: Die Anwender zählen den Support zwar einerseits zu den Chancen, gleichzeitig sieht ein großer Teil der Befragten darin aber auch einen Risikofaktor. Auch bezüglich der Marktdurchdringung sind die Schweizer noch skeptisch: 75 Prozent sind zwar überzeugt, dass Open Source weitere Marktanteile gewinnen wird, denken aber nicht, Open Source-Software könne den kommerziellen Angeboten die Marktführerschaft abnehmen.

Interessant ist, dass 18 Prozent der Anwenderunternehmen selbst zur Verbesserung der Software beitragen, indem sie Fehler melden und Beta-Tests unterstützen. Womit sich der Kreis zu den Anfängen der Bewegung wieder schließt. Heute sind es allerdings nicht mehr nur talentierte Bastler, sondern auch kommerzielle Softwareunternehmen und sogar die Anwender, die gemeinsam an Verbesserungen arbeiten. Die besten Voraussetzungen also für eine breite Akzeptanz und hohes Marktpotenzial.

Das Whitepaper der Schweizer Umfrage inklusive Entwicklung und Praxisbeispielen von Open Source erhalten Sie bei Ulrike.Buttler@ctp.com. (KC)


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Novell und Cambridge Technology Partners
Internet: www.cambridge-germany.com