In etwas über einem Jahr soll auch der Rest der ehemaligen Hertiefilialen neue Besitzer haben. So ist der Plan des Vermarkters und der Bürgermeiser der betroffenen Städte.

Die noch leerstehenden Gebäude der einstigen Warenhauskette Hertie in deutschen Städten sollen bis Ende nächsten Jahres neue Nutzer gefunden haben. Bislang seien 10 von 32 Häusern verkauft worden, berichtete eine Initiative von Bürgermeistern aus Kommunen mit früheren Hertie-Standorten. In einem weiteren Fall fehle nur noch die Unterschrift des Insolvenzverwalters, sagte Sebastian Mogos-Lindemann vom zentralen Vermarkter CR Investment Management am Dienstag in Bingen. Bis Ende des Jahres sollen weitere vier Verkäufe abgeschlossen sein.

Bis Ende 2014 sollen nach Angaben der Initiative auch die restlichen Häuser veräußert werden, hatte Mogos-Lindemann bereits mehrfach betont. "Es handelt sich um ein gutes Produkt", begründete er vor einiger Zeit im Gespräch mit Der Handel seinen Optimismus.

Verkauft sind bislang die Häuser in Bocholt, Cuxhaven, Gelsenkirchen, Görlitz, Husum, Kamen, Meschede, Peine, Stade und Tuttlingen. Unter den verbleibenden sind auch die drei rheinland-pfälzischen in Bingen, Idar-Oberstein und Neustadt/Weinstraße. Mögliche Käuferin des Bingener Hauses ist die Projektentwicklerin Brigitte Jagt-Buitink, die in der rheinhessischen Stadt die "Rheintalgalerie" entstehen lassen will. Die gebürtige Niederländerin interessiert sich zudem für die Hertie-Häuser in Neustadt und Deggendorf, wie sie Der Handel sagte.

In Peine kauft die Stadt

"Es ist nicht so, dass wir bislang nur die besten Häuser verkauft haben", betonte Mogos-Lindemann. Es seien auch für sehr schwierige Fälle Lösungen gefunden worden - etwa im niedersächsischen Peine, wo die Stadt selbst das alte Hertie-Haus gekauft habe. Ein klassisches Warenhaus sei aber in keinem der bereits veräußerten Häuser mehr entstanden. Häufig gebe es dort nur noch Einzelhandel auf ein, zwei Etagen, der Rest werde anderweitig genutzt.

Die Ausnahme ist freilich Görlitz. Dort hat Ende Juni der Medizinunternehmer Winfried Stöcker das Jugendstil-Warenhaus erworben - und will darin ein Kaufhaus der Oberlausitz, KaDeO, schaffen.


Auf die Frage, was der Verkauf der Standorte eingebracht habe, antwortete Mogos-Lindemann: "Zu wenig." Bei keinem Objekt habe der Kaufpreis über zehn Millionen Euro gelegen.

Die Hertie-Kette war 1993 vom Karstadt-Konzern übernommen worden, die Häuser wurden umbenannt. 2005 verkaufte die damalige Karstadt Quelle dann 74 Häuser an britische Finanzinvestoren, die später den Namen Hertie wiederbelebten. 2008 meldete das Unternehmen schließlich Insolvenz an. Rund 2.600 Mitarbeiter verloren ihren Job.