Die Onlinehändler gehen von steigenden Umsätzen im neuen Jahr aus. Allerdings wollen die meisten Kunden in diesem Jahr nicht mehr ausgeben als 2011, zeigt eine aktuelle Umfrage.

Während die Hälfte aller Onlinehändler von steigenden Umsätzen ausgeht, wollen die meisten Shopper ihre Online-Ausgaben eher auf dem Niveau von 2011 halten. Diese Diskrepanz zeigt der aktuelle Konjunkturindex des Electronic-Commerce-Center Handel (ECC Handel).

Obwohl der Handel wie in jedem Jahr nach Weihnachten zunächst einen deutlichen Umsatzrückgang zu verzeichnen hatte, sei die Stimmung im deutschen Onlinehandel ausgeglichen: Etwa jeder vierte befragte Onlinehändler bewertet demnach seine Umsätze im ersten Monat des Jahres als negativ und ebenfalls ein Viertel der Befragten schätzt die aktuellen Online-Umsätze positiv ein. Damit sei die Stimmung insgesamt schon etwas besser als noch im Januar 2011.

Onlinehändler positiver gestimmt als stationäre Händler

Auch für die Zukunft bleiben die Onlinehändler optimistisch: Mehr als die Hälfte der Befragten erwarte eine leichte bis starke Verbesserung der Umsatzsituation in den kommenden zwölf Monaten – und blicken damit positiver in die Zukunft als stationäre Einzelhändler, von denen nur 35 Prozent mit einer verbesserten Geschäftslage rechnen. Jeder zehnte Onlinehändler rechnet der Befragung zufolge mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage.

Bei dem Vergleich der Händlererwartungen mit denen der Onlineshopper zeigt sich unterdessen, dass die Konsumenten etwas zurückhaltender sind, was ihre geplanten Online-Ausgaben angeht. Während 13,3 Prozent der Onlinehändler eine starke Verbesserung der Umsätze erwartet, gehen nur 2,2 Prozent der Internetkunden davon aus, dass ihre Ausgaben in den kommenden zwölf Monaten stark steigen werden. Die große Mehrheit plant trotz aktuell noch leerer Taschen allerdings schon jetzt, die Online-Ausgaben in den kommenden 12 Monaten mindestens stabil zu halten oder etwas zu steigern.

Händler punkten mit Kulanz

Die "Frage des Monats" zur Bedeutung eines verlängerten Rückgaberechts zeigt, dass sich vor allem kleine Händler damit positiv vom Wettbewerb abheben können: Knapp die Hälfte der Onlineshopper gaben an, dass ein verlängertes Rückgaberecht eine hohe bis sehr hohe Bedeutung für die Entscheidung für einen Shop hat. Allerdings nutze kaum ein Onlinehändler das Rückgaberecht als Unterscheidungsmerkmal, so die ECC-Forscher: Die Mehrheit gestattet den Kunden nur die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Wochen für die Retoure. Immerhin gab aber jeder fünfte befragte Onlinehändler an, ein Rückgaberecht bis zu vier Wochen nach dem Kauf anzubieten.

Die Händler im stationären Handel nutzen hingegen das Umtauschrecht für die Kundenbindung: Obwohl hier keine Retourenmöglichkeit gesetzlich vorgeschrieben ist, nimmt ein Drittel der befragten Händler die Ware bis zu vier Wochen nach dem Kaufdatum zurück. 28 Prozent der Befragten bieten sogar noch nach mehr als acht Wochen einen Umtausch der gekauften Ware gegen Bargeld, einen Gutschein oder neue Ware an.