Die Handelsbeschäftigten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen bekommen in zwei Stufen 3,5 Prozent mehr Geld. Damit ist die Gefahr von Streiks in der Weihnachtszeit gebannt.

Darauf haben sich Verdi und die Tarifgemeinschaft der Einzelhandelsverbände geeinigt. Die Verdi-Tarifkommission stimmte dem Kompromiss am heutigen Dienstag in Leipzig mehrheitlich zu.

Damit ist die mehrere Monate andauernde Tarifauseinandersetzung im Einzelhandel beendet. Ein Pilotabschluss wurde bereits vor Monaten erzielt und in allen übrigen Bundesländern übernommen.

Die Einigung im Detail

Verdi-Verhandlungsführer Jörg Lauenroth-Mago ist zufrieden: "Es ist uns gelungen, die von den Arbeitgebern geforderten Öffnungsklauseln abzuwehren. Die Vereinheitlichung der Laufzeiten der Tarifverträge wird finanziell ausgeglichen. Die Einkommen steigen endlich, auch wenn wir uns das deutlicher gewünscht hätten."

Das Ergebnis sieht im Einzelnen vor, dass die Einkommen in Sachsen und Thüringen rückwirkend zum 1. September 2009 um 2 Prozent und zum 1. September 2010 noch einmal um 1,5 Prozent steigen. In Sachsen-Anhalt werden die Erhöhungen jeweils zum 1. November wirksam.

2010 erhalten die Beschäftigten zudem eine Einmalzahlung - in Sachsen und Thüringen von 150 Euro und 75 Euro für Auszubildende, in Sachsen-Anhalt von 110 Euro und 55 Euro für Auszubildende. 2011 zahlen die Arbeitgeber für jede Mitarbeiterin zusätzlich 150 Euro in die tarifliche Altersversorgung ein, die ansonsten jährlich 300 Euro beträgt.

Frage der Laufzeit geklärt

Knackpunkt bei den Verhandlungen war eine von den Arbeitgebern geforderte Laufzeitverlängerung, für die Verdi einen finanziellen Ausgleich haben wollte. Nun hat der neue Tarifvertrag in allen drei Bundesländern eine einheitliche Laufzeit bis zum 31. Mai 2011.

Der Kompromiss sieht nun eine Kompensation für die geänderte Laufzeit von insgesamt 88,70 Euro in drei Jahresschritten für die Beschäftigten in Sachsen und Thüringen vor. Die für 2010 vereinbarte Einmalzahlung fällt in diesen beiden Bundesländern um 40 Euro beziehungsweise 20 Euro für Auszubildende höher aus als in Sachsen-Anhalt.

Der Tarifabschluss gilt zunächst für etwas mehr als die Hälfte der 256.000 Einzelhandelsbeschäftigten in Mitteldeutschland, da nur ihre Arbeitgeber tarifgebunden sind. Erfahrungsgemäß wird er jedoch von den meisten Betrieben übernommen.