Der deutsche Einzelhandel hat eine große Persönlichkeit verloren. Der Metro-Mitgründer Otto Beisheim lebt nicht mehr. Das Unternehmen würdigte ihn als "Legende der internationalen Handelsbranche". Aktualisiert.

Der Mitgründer des größten deutschen Handelskonzerns Metro, Otto Beisheim, ist tot. Der 89-Jährige sei am Montagmorgen in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden, teilte die Agentur Brunswick als Vertreter des Familienbüros der Otto Beisheim Gruppe mit. Zuvor hatte bereits die "Bild"-Zeitung online darüber berichtet.

"Er litt an einer nicht heilbaren Krankheit und ist aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden", hieß es in der Pressemitteilung.

Erbe geht in Stiftungen über

Beisheim war Mitgründer der Metro AG und hatte den Handel in Deutschland mit der Einführung des Cash & Carry-Konzepts im Jahre 1964 mit geprägt. Als langjähriger geschäftsführender Gesellschafter der Metro SB Großmärkte und später als Verwaltungsratspräsident der Metro Holding AG trug er maßgeblich zu der Expansion des Konzerns bei. Sein Erbe soll in die beiden gemeinnützigen Prof.-Otto-Beisheim-Stiftungen in München und in Baar in der Schweiz übergehen.

Die Metro hat Beisheim als "Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche" gewürdigt. "Mit seinem Konzept des Selbstbedienungsgroßhandels Metro Cash & Carry revolutionierte er ab Mitte der 60er Jahre eine ganze Branche und legte damit zugleich das Fundament für die heutige Metro Group", sagte Vorstandschef Olaf Koch laut einer Mitteilung vom Montag in Düsseldorf.