Die frühe Ausrichtung auf das Onlinegeschäft hat sich für die Otto Group gelohnt. Der Versender erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr einen enormen Umsatzanstieg. Hauptverantwortlich dafür ist der Bereich E-Commerce.

Die Hamburger Handelsgruppe Otto hat ihren Umsatz erheblich gesteigert - vor allem dank des Internets. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (Stichtag 28. Februar) wuchs der weltweite Umsatz der Otto Group nach vorläufigen Zahlen um 12,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Dabei hätten alle Sparten - Handel, Service und Finanzdienstleistungen - prozentual zweistellig zugelegt. Das ist für Otto die stärkste Umsatzsteigerung seit der Wiedervereinigung.

"Weichen auf online gestellt"

Allein in Deutschland, wo der gesamte Einzelhandel lediglich um 1,5 Prozent wuchs, konnte die Otto-Gruppe um 13,6 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro wachsen. Gewinnzahlen wurden nicht mitgeteilt, sie sollen den Angaben zufolge aber auch zweistellig gestiegen sein. "Das zurückliegende Geschäftsjahr war ausgezeichnet", sagte Konzernchef Hans-Otto Schrader. "Wir haben frühzeitig die Weichen auf Online gestellt und profitieren nun in allen Geschäftsbereichen vom stark expandierenden E-Commerce."

Nach vorläufigen Berechnungen stiegen die Online-Umsätze um knapp 25 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro; das sind rund die Hälfte aller Einzelhandelserlöse der Gruppe.
Einzelne Unternehmen der Otto Group mit ihren rund 50 Online-Plattformen erzielen schon zwei Drittel der Umsätze über das Netz. Die Otto-Kerngesellschaft erlöste rund 2,1 Milliarden Euro, das ist im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Plus von 13,6 Prozent.

Bei den einzelnen Gesellschaften wuchs der Umsatz der Baur-Gruppe um 22,4 Prozent von 468 Millionen auf 572 Millionen Euro. SportScheck schnitt nur wenig schlechter ab und schaffte Erlöse von 327 Millionen Euro - das ist ein Plus von 18 Prozent. Schwab wuchs um 11 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Starkes Plus in Nordamerika

International verbesserten sich die Umsätze von Otto Europa um 9,5 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro. In Asien stiegen die Erlöse um 5,9 Prozent auf 267 Millionen Euro. In Nordamerika betrug das Plus gar 17,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro.

Auch bei den Beschäftigungszahlen legte Otto zu. Derzeit hat das Unternehmen 49.300 Mitarbeiter, 1.350 mehr als zu Beginn des Geschäftsjahres.

Für das laufende Geschäftsjahr geht Otto weiter von einem robusten Wachstum aus, wenn auch nicht mehr in der Höhe des Vorjahres, heißt es in der Mitteilung. Vor allem in Deutschland entwickele sich das wirtschaftliche Umfeld gut.

Eine genaue Prognose sei schwierig wegen der Entwicklung des Euro, der Katastrophe in Japan und der Unruhen in der arabischen Welt. In Japan erreicht die Otto Group umgerechnet rund 300 Millionen Euro Umsatz. Die Geschäfte dort hätten sich zuletzt stabilisiert.