Otto hat auch die Kundenadressen von Quelle gekauft. Anschreiben wollen die Hamburger die rund acht Millionen Personen aber nur einmal.

Die Otto-Gruppe, die kürzlich die Rechte an der Marke Quelle sowie das Russlandgeschäft des insolventen Versandhändlers übernommen hat, schickt den Quelle-Kunden nun auch Werbepost: Die Hamburger haben das exklusive Recht erworben, die rund acht Millionen Kunden des insolventen Versandhauses Quelle einmal mit einer Werbesendung auf dem Postweg anzuschreiben.

Damit seien die Adressdaten der Quelle-Kunden anschließend geschützt, zitiert die Presseagentur dpa einen Sprecher der Otto-Gruppe. Sie könnten nicht ein zweites Mal vermietet oder verkauft werden.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband hatte den Insolvenzverwalter zuvor aufgefordert, die "wertvollen und zum Teil sensiblen" Kundendaten nicht wie die anderen Waren zu verkaufen.

Adressierte Werbesendungen unterliegen kaum Beschränkungen

Der Versand von adressierten Werbesendungen unterliegt in Deutschland den geringsten rechtlichen Beschränkungen, da er unter die im Grundgesetz verankerte Freiheit der Meinungsäußerung fällt, heißt es beim Deutschen Dialogmarketing Verband: "Daher ist er in der Regel uneingeschränkt möglich." Jedoch müsse ein Werbebrief spätestens nach dem Öffnen als solcher zu erkennen sein.

Gehandelt werden unter seriösen Adressenhändlern im Übrigen nur Postadressen. Daten wie etwa Telefon- oder Bankkontonummern und E-Mail-Adressen sind vom Gesetzgeber geschützt.