Schluss mit den mageren Wachstumsjahren. Lag das Plus von Otto im Vorjahr noch bei bestenfalls zufriedenstellenden 2 Prozent, schafft das Hamburger Unternehmen nun einen satten Sprung nach oben und legt im Geschäftsjahr 2013/14 (28. Februar) beim Umsatz um rund 7% auf 2,27 Milliarden Euro zu.

Die Umbauarbeiten, Investitionen und eine flotte Neuausrichtung im Marketing tragen also Früchte. Denn auch das Ergebnis entwickelte sich positiv. „Der Gewinn liegt voll in unserem selbst gesteckten Zielkorridor von 3 bis 5%“, sagte Alexander Birken, Sprecher des Otto-Vorstands, in Hamburg. Otto dürfte damit einen Gewinn von mindestens 68 Millionen Euro auf der Haben-Seite verbuchen.

60 Millionen Euro sollen in diesem Jahr prompt wieder investiert werden. Profitieren sollen davon Technik, Sortiment aber auch die Kommunikation.  Denn Otto hat ehrgeizige Pläne. 2015 will der Versender 2,5 Milliarden Euro Umsatz erreichen und muss dafür um mehr als 10% wachsen. Auch das wieder, wie bei Otto üblich, ohne auf Marge zu verzichten. 

Otto bleibt damit eine Baustelle. Wenn auch nicht mehr Großbaustelle. Doch gerade diese Anstrengungen dürften massiv zum jetzigen Ergebnis beigetragen haben. Da spielt sicher der Umbau des Universalversands inklusive Baur und Schwab samt Stellenabbau und Synergien eine Rolle, vor allem aber wohl der Relaunch der Website samt eigener Shopsoftware, der Otto mehr als erfreuliche Leistungskennzahlen beschert haben soll.

Aber auch der skurille Markenauftritt unter dem Slogan "Gefunden auf Otto.de", der das Image mächtig Richtung Lifestyle aufgehübscht hat: Die Besuche auf otto.de stiegen im Kampagnenzeitraum um bis zu 25 Prozent. Der Anstieg der Besuche direkt über die Frauenmode auf otto.de lag über 200 Prozent.

Allerdings leicht wird das künftig  für Otto nicht. Das zeigt schon die aktuelle Jahresbilanz. Noch im November hatte Otto-Group-Boss Hans-Otto-Schrader für Otto.de ein zweistelligen Plus für die Kerngesellschaft in den Büchern gesehen. Dann kam das Weihnachtsgeschäft und der milde Winter - und das Wachstum schmolz dahin.  

Zum Vergleich: 7,7 Milliarden Euro nahm Amazon 2013 in Deutschland ein, plus 20 Prozent. Gewinn? Tja.