Otto baut um: Um das E-Commerce-Geschäft weiter zu stärken, bekommen die Vorstandsmitglieder des Hamburger Versenders ein paar Aufgaben mehr.

Der Versandhändler Otto stellt sich organisatorisch neu auf und verteilt die Zuständigkeiten im Vorstand neu. Wie der Branchendienst "Kontakter" berichtet, sollen Vertrieb und Einkauf in ein übergreifendes Category-Management unter der Leitung von Vorstand Michael Heller eingehen.

"Wir lösen die alten Strukturen in den Bereichen Vertrieb und Einkauf zugunsten eines Category Managements auf", bestätigt demnach ein Unternehmenssprecher. Den Veränderungen liege ein Konzept namens "Tempo" zugrunde, das die Unternehmensberatung Booz & Company erarbeitet hat.

Im Zuge des Umbaus wird der stellvertretende Vorstandsvorsitzender der Otto Group, Rainer Hillebrand, derzeit im Vorstand des Versenders Otto für die Bereiche Vertrieb, Marketing und E-Commerce zuständig, künftig den Bereich "Marke, Service und E-Commerce" leiten. Dieser werde intern als "Kopf und Gesicht von Otto" bezeichnet.

Die dazugehörige Abteilung Marketing und Strategie unter Direktor Ralf Klein-Bölting soll demnach nun die Entwicklung der Unternehmensstrategie steuern und für eine "begeisternde Darstellung von Otto und seinen Angeboten über alle Kanäle hinweg" sorgen.

Birken kümmert sich zentral um IT

Auch Personalvorstand Alexander Birken soll bei der Versandhandelstochter Otto zusätzliche Aufgaben bekommen. Neben seinen bisherigen Zuständigkeiten für Personal und Steuerung werde er sich zentral um die IT kümmern.

"Dort wird ein zentrales Prozess- und IT-Management aufgebaut", zitiert das Blatt einen Unternehmenssprecher.

Die Otto Group wolle mit den Umbauten vor allem das E-Commerce-Geschäft stärken. Als Sparpaket sei die Umstrukturierung nicht zu verstehen. Die Maßnahmen beträfen nur die Einzelgesellschaft Otto, andere Unternehmensteile der Otto Group wie SportScheck, Heine oder Baur seien davon nicht betroffen.

Otto und die Otto Group

Der Versandhändler Otto erzielt inzwischen rund zwei Drittel seines Umsatzes im E-Commerce. Im Geschäftsjahr 2010/11 konnte die Otto Group ihren Umsatz um 1.272 Millionen Euro auf 11.404 Millionen Euro steigern. Dies entspricht einem Zuwachs von 12,6 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres.

Dabei legten alle drei Segmente – Multichannel-Einzelhandel, Finanzdienstleistungen und Service – zweistellig zu.

Zu dem Segment Multichannel-Einzelhandel der Otto Group gehören Unternehmen wie Baur, Schwab, Limango, Manufactum, SportScheck und Bonprix. Neben der EOS Gruppe zählt die Hanseatic Bank zum Bereich Finanzdienstleistungen. Die wohl bekannteste Service-Tochter des Konzerns ist der Logistikdientsleister Hermes.